Der Wu-Tang-Clan ist seit den frühen 90ern ein bekannter Name im New Yorker Hip-Hop. Mit ihren düsteren Texten über die Welt des Raps setzten sie sich von anderen ab. Seit ihrem Debütalbum “Enter the Wu-Tang (36 Chambers)” zeichnet sich ihre Musik durch experimentelle Beats und Posse Cuts (mehrere Rapper pro Track) aus. Ihr neues Album “The Saga Continues” überzeugt auf mehreren Ebenen, findet chilli-Autorin Michelle Janßen.

 

Wollen es nochmal wissen: die Rapper des Wu-Tang-Clans

 

Beim Wu-Tang Clan finden sich immer wieder Beats, die überraschen. Auch auf “The Saga Continues”. Zwischen den Tracks sind mehrere Skits. Das Tempo ist etwas langsamer als bei anderen Alben. Die ruhigeren Beats passen jedoch gut zum Inhalt der Tracks.

 

Der Clan um Mastermind RZA und das wohl bekannteste Mitglied, den Methodman, übt sich auch in Gesellschaftskritik. In Liedern wie “Frozen” wird das Leben auf den Straßen New Yorks typisch düster und realistisch gezeichnet. “Why Why Why” spricht den Rassismus in Amerika an. “My Only One” sticht heraus mit einer poppigen Hook. Fast am Ende des Albums bringt es nochmal Schwung hinein. Ansonsten ist die Platte von Intro bis Outro stimmig. Von Altersschwäche keine Spur.

 

Die Besetzungen wechseln. Wortakrobaten wie Ghostface Killa, Raekwon, Inspectah Deck geben sich mit Featuregästen wie Redman die Klinke in die Hand. Auch soulige Vocalsample-Schnipsel und eingestreute Filmzitate sorgen für den gewohnt staubigen Wu-Tang-Sound. Der Clan spricht wichtige gesellschaftliche Themen an. Das zusammen mit gutem Flow ist es, was die New Yorker so bekannt und beliebt gemacht hat. Wer Lust auf qualitativen, politischen Rap hat, kann mit The Saga Continues nichts falsch machen.

 

 

Text: Michelle Janßen; Foto: Jonathan Weiner