Stolze 141,8 Millionen Euro Bilanzsumme hat die Baugenossenschaft Familienheim Freiburg im vergangenen Jahr erwirtschaftet und damit fast fünf Millionen Euro mehr als im Vorjahr (136,5). Es ist – wie immer in den vergangenen Jahren – nicht die einzige Zahl, die die Vorjahressumme übertrifft.

 

Auch bei den Mitgliederzahlen, den Spareinlagen und dem Jahresüberschuss legte die Genossenschaft wieder ordentlich zu. Die beiden Geschäftsführer Werner Eickhoff und Anja Dziolloß hatten daher bei der Verkündung der rekordverdächtigen Zahlen wieder einmal gute Laune.  „2013 war wieder von einem soliden Wachstum geprägt“, freute sich Eickhoff, „die Zahlen sind der Beweis für unser grundsolides wirtschaftliches Fundament.“

 

Der Freiburger Wohnungs- und Immobilienmarkt boomt nach wie vor, Wohnraum ist Mangelware, immer mehr Menschen treibt es daher zu den Genossenschaften, die ihre Mitglieder seit jeher mit bezahlbarer Unterkunft versorgen. Auch wenn der Quadratmetermietpreis bei der Familienheim in 2013 von 6,03 auf 6,26 Euro kletterte, liegt er doch immer noch deutlich unter der Freiburger Durchschnittsmiete (2013: 7,53 Euro pro Quadratmeter).

 

Bauprojekt am Rennweg: Wo einst der Gründungsbau der Genossen stand entstehen derzeit 48 neue Wohnungen. Visualisierung: Familienheim

Bauprojekt am Rennweg: Wo einst der Gründungsbau der Genossen stand entstehen derzeit 48 neue Wohnungen. Visualisierung: Familienheim

 

599 neue Mitglieder – so viele wie nie zuvor – begrüßte die Genossenschaft im vergangenen Jahr und hat damit nun 6559. „Das beweist die Attraktivität unseres genossenschaftlichen Modells“, ist Eickhoff überzeugt. 650 Mitglieder stehen derzeit auf der Warteliste für eine Wohnung, bis alle versorgt seien, werde es mindestens vier Jahre gehen. Aber auch an anderen Zahlen lässt sich ablesen, wie eng der Markt ist: So lag etwa die Fluktuationsrate im Wohnungsbestand bei nur 5,7 Prozent. „Früher waren das auch schon acht“, erinnert sich Eickhoff.

 

Allerdings gibt es derzeit auch andere gute Gründe, Mitglied zu sein: So wuchs etwa der Bestand der Spareinlagen um 2,1 auf 31 Millionen Euro. „Wir bieten vernünftige Zinssätze in einer historischen Ausnahmesituation“, begründet Eickhoff. Wer bei der Familienheim Geld anlegt, bekommt immerhin bis zu 1,9  Prozent Zinsen. Aber auch normale Mitglieder profitieren: Von den 2,7 Millionen Euro Jahresüberschuss (2012: 2,4 Mio.) wurde nach Rückstellungen wieder eine vierprozentige Dividende in Höhe von 249.000 Euro (plus 18.000 zum Vorjahr) ausgeschüttet – an alle, die einen Geschäftsanteil für 105 Euro besitzen.

 

Um auch in Zukunft solche Zahlen präsentieren zu können, wurde wieder kräftig in den Wohnungsbestand investiert: 12,2 Millionen Euro steckte die Familienheim in Instandhaltung, Modernisierung und den Neubau von Gebäuden. Das derzeit größte Neubauprojekt befindet sich an der Ecke Rennweg und Komturstraße in Freiburg. Hier entstehen für insgesamt 11,4 Millionen Euro bis im Herbst 2015 48 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen.

In den kommenden Jahren liegt der Fokus bei den Ausgaben vor allem im Bereich Modernisierung und Instandhaltung. Vor allen Dingen Dichtigkeitsprüfungen und die Sanierung von Abwasserleitungen würden in naher Zukunft „ein riesiges Investitionsvolumen“ erfordern, so Dziolloß. Gut 3000 Euro kostet die Sanierung eines laufenden Meter Rohrs. Wie viele Kilometer die Familienheim tatsächlich zu sanieren hat, wolle man lieber gar nicht so genau wissen. Wenn das mal nicht auch auf Rekordniveau liegt.

 

Felix Holm

 

Die Bilanz in Zahlen (in Klammern: Vorjahr)

Bilanzsumme: 141,8 Millionen Euro (136,5)

Mitgliederzahl: 6559 (6183)

Mietwohnungsbestand: 2631 (2650)

Durchschnittsmiete: 6,26 Euro pro qm (6,03)

Eigenkapital: 54,9 Millionen Euro (51,5)

Investitionssumme: 12,2 Millionen Euro (12,3)