Eine Ära geht zu Ende: die „Root Down“-Reihe von Rainer Trüby (links im Bild) und Jürgen Oschwald (rechts) zieht vom Waldsee in die Passage 46. Am 28. März startet die Partyreihe in der Innenstadt mit dem japanischen DJ Shuya Okino und dem Italiener Corrado Bucci. Der cultur.zeit-Redakteurin Tanja Bruckert hat Trüby erzählt, wie es zum „Root Down(town)“ kam.

„Ganz ohne geht’s nicht“

 

cultur.zeit: Sie organisieren den „Root Down“ seit 19 Jahren in der gleichen Location. Was werden Sie vermissen?
Rainer Trüby: Was den Waldsee ausgezeichnet hat, war die tolle Lage. Viele Gast-DJs, egal ob aus Japan oder Amerika, waren von dieser Schwarzwaldromantik sehr angetan. Und da der Waldsee so weit draußen liegt, hatten wir nur Publikum, das gezielt zu uns rausgefahren ist.

 

cultur.zeit: Sie haben im Januar zum ersten Mal im Berliner Berghain – Deutschlands bekanntestem Techno-Club – aufgelegt. Sind Sie für den Waldsee mittlerweile einfach zu groß?
Trüby: Nein, ich bleibe dem Waldsee treu: die Veranstaltungsreihe „Beats & Öxle“ wird es weiterhin geben. Ganz ohne Waldsee geht’s nicht. Mit „Root down“ wechseln wir in die Passage, weil das junge Publikum nicht mehr so leicht raus- gefunden hat. Und wenn internationale Gast-DJs aufgelegt haben, die ein gewisses Budget verlangen, sind wir nicht immer bei null rausgekommen. Am Konzept wird sich jedoch nichts ändern.

 

cultur.zeit: Gibt es einen Abend, der Ihnen besonders im Gedächtnis bleiben wird?
Trüby: 2002 hat der österreichische DJ Peter Kruder aufgelegt. Um drei Uhr morgens hat das ganze Publikum bei Roy Ayers Ballade „Everyone loves the sunshine“ mitgesungen. Das war ein Gänsehaut-Abend.

 

Text: Tanja Bruckert / Foto: Rainer Trüby