Die Immobiliengesellschaft der Sparkasse Freiburg (S-Immo) ist das erste zertifizierte Maklerunternehmen in Baden-Württemberg. Die DIA Consulting AG hat den Betrieb von Thomas Schmidt, seit 18 Jahren Geschäftsführer der S-Immo, nach einer EU-Norm zertifiziert. „Das ist schon etwas Besonderes, da kommt ja nicht einer zum Kaffeetrinken, sondern der nimmt alle Abläufe genau unter die Lupe. Wir haben den Test mit Bravour bestanden“, freut sich Schmidt.

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Nicht ganz so groß war die Freude über das vergangene Geschäftsjahr: Vermittelte die S-Immo in 2011 noch 321 Immobilien im Wert von 63 Millionen Euro, waren es im vergangenen Jahr nur noch 227 für 52 Millionen. „Wir sind damit aber trotzdem zufrieden“, sagt Schmidt. Nach dem 2011er Rekordjahr habe er intern mit 20 Prozent weniger Umsatz gerechnet, am Ende waren es „nur“ 17 Prozent. An der Nachfrage liege das nicht, die sei – noch – ungebrochen, aber am Angebot: „Der Freiburger Markt ist leergefegt, rechnerisch bräuchten wir 800 bis 1000 neue Wohnungen pro Jahr, das wird nicht ansatzweise gebaut. Das Umland zieht zwar an, kann aber die Freiburger Nachfrage auch nicht befriedigen.“

Das enge Angebot gilt offenbar nicht nur in Südbaden: Das Grunderwerbssteueraufkommen ist 2012 in ganz Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr um stolze 13 Prozent geschrumpft. Schmidt und seine Mannschaft haben unter allen Wohnungsmaklern den breitesten Überblick, weil sie jedes Jahr 200 bis 300 Einheiten an Mann und Frau bringen: „Wir wissen deswegen, dass zwischen den Preisen, die in den Anzeigen stehen, und den protokollierten Verträgen oft 20 bis 30 Prozent Differenz liegen. Da wird von einigen anderen ein großes Wunschkonzert gespielt. Das nützt aber weder dem Verkäufer, noch dem Käufer.“

Der richtige Preis sei „die Königsdisziplin des Maklers“. Dennoch habe auch er neulich gehört, dass in der Wintererstraße zum ersten Mal in Freiburg ein Quadratmeterpreis von mehr als 8000 Euro aufgerufen worden ist. Der kommende Gutachterbericht wird’s verifizieren. Oder eben nicht. Sicher ist aber, dass Kaufkraft und Kaufpreis immer weiter auseinanderdriften. Um die Preise einigermaßen im Zaum zu halten, müsse vor allem in Freiburg deutlich mehr und vor allem schnell gebaut werden: „Es nützt nicht viel, wenn man nun an neuen Baugebieten arbeitet, die in zehn Jahren beziehbare Wohnungen bringen.“

Eine zweite entscheidende Frage für den Markt werde sein, wie sich die historisch niedrigen Zinsen weiterentwickeln. Steigen diese, würden sich die Kapitalanleger in andere Märkte verabschieden. Eigentümer sollten den richtigen Zeitpunkt für einen Verkauf nicht verpassen. Eine Immobilienblase nach amerikanischem Vorbild sehe er aber nicht: „Die hat es nie gegeben und die wird es in Freiburg auch nicht geben.“

Derzeit hat Schmidt 170 Angebote im Portfolio (in Spitzenzeiten waren es 412), vier von fünf sind gebrauchte Immobilien. „Mit 170 Produkten sind wir trotzdem in einer vergleichsweise guten Lage, und es kommen jetzt auch wieder neue Wohnungen rein“, sagt Schmidt, der neulich innovativ mit einem Aufkleber auf der Titelseite der Badischen Zeitung dafür geworben hat.

Er wundert sich, dass immer noch mehr als die Hälfte der Verkäufer versuchen, ihre Immobilien selber an den Mann zu bringen: „Man kann da auch viel falsch machen. Eine Wohnung verkauft man nicht alle Tage. Ich kann nur raten, sich professionelle Hilfe ins Haus zu holen.“ Und dass an der Kaiser-Joseph-Straße professionell gearbeitet wird, das habe ja nun nicht zuletzt die brandaktuelle Zertifizierung bewiesen.

www.s-immobilien-freiburg.de

Text: Lars Bargmann / Foto: Sparkasse Freiburg