Chilli-Check: Wie schmeckt’s in den Straußen um Freiburg?

Für alle, die schlechte Sprüche und Nörgeleien von angeblichen Restaurantexperten wie Rach dem Restauranttester satt haben, gibt es gute Neuigkeiten. chilli-Autor Ruben Grieb hatte Hunger auf Kritik mit Niveau. Es ist wieder Straußensaison, also Zeit für Winzer, ihre Küchen zu öffnen. In diesen meist auf dem Land gelegenen „Bauernwirtschaften“ beziehen die Gastwirte nicht nur ihre Zutaten aus regionalem Anbau, sondern sie produzieren auch ihre Getränke selbst. Wer Appetit auf südbadische Hausmannskost hat, sollte nun gut aufpassen.

 

Winzerschenke Kapellenblick
Die Speisekarte bietet Tagesmenüs an, zudem gibt es hier extra Grilltage. Wir essen eine Tagessuppe (3 Euro), Gemüsetoast (3,50 Euro), Brägele mit Bibiliskäs (3,50 Euro) und eine Waffel mit Puderzucker (1,10 Euro) zum Nachtisch. Zum Trinken gibt es hausgemachte Apfelschorle (1,80 Euro). Der Gemüsetoast war eine gute Idee, auch weil das selbstgebackene Brot auftrumpft. Schön knusprig sind die Bratkartoffeln, und der Bibiliskäs ist angenehm cremig. Fazit: Die Portionen sind üppig, das frische Brot sticht besonders heraus.
Hervorzuheben ist hier der großzügige Kinderspielplatz, der mit vielen Spielsachen versehen ist und keine Kinderwünsche offen lässt. Sollte das Wetter nicht mitspielen, so können die Kleinen sich drinnen in einem Spielzimmer austoben.

Winzerschenke Kapellenblick:
Große Roos 10 , 79122 Freiburg-Munzingen
www.winzerschenke.de
Öffnungszeiten: bis 4.November, Mi.–Sa.:
17–24 Uhr, Sa.: ab 15 Uhr, So. & Feiertage: 14–24 Uhr

 

 

Griestalstrauße
Für eine Strauße ist die Auswahl auf der Speisekarte sehr groß. Wir bestellen eine Gulaschsuppe (5 Euro), ein Käsebrett (7 Euro) und eine Gemüsepfanne mit Putenstreifen (6,60 Euro). Das Außergewöhnliche am Gulaschtopf ist, dass der Topf mit Deckel aus Brot ist, was nicht nur gut aussieht, sondern – am Ende, wenn der Topf mit Suppe vollgesogen ist – auch exzellent schmeckt. Die Käseplatte mit den unzählig vielen Käsesorten wird ebenfalls nett angerichtet und ist zudem mit ausreichend Nüssen, Trauben, Zwetschgen und Mirabellen verziert. Die Gemüsepfanne punktete durch Frische und eine gute Gewürzkombination. Und als Getränk lassen wir uns eine selbstgemachte Zitronenlimonade (1,20 Euro) schmecken. Nicht nur die Vielfalt der Auswahl, sondern auch die Kreativität des Kochs machen schmackhaften Spaß.
Nennenswert ist hier die Auswahl an selbst angebautem Obst und eigenen Fruchtsäften, die man günstig kaufen und mit nach Hause nehmen kann.

Griestalstrauße:
Griestal 2, 79122 Freiburg-Opfingen
www.griestal-strausse.de
Öffnungszeiten: bis 28. Oktober, Mo.– Fr ab 17 Uhr, Sa ab 15 Uhr, So ab 12 Uhr

 

 

Sonnenbrunnen Strauße
Auf zwei Etagen verteilt können die Gäste sich entscheiden, ob sie lieber unten in einer ruhigen Tischecke sitzen möchten oder oben bei den vier hintereinander gereihten Bierbänken in Gesellschaft essen und trinken wollen. Donnerstags gibt es diverse Studentenangebote. Wir essen eine Kartoffelsuppe (3,80 Euro), den Sonnenbrunnenspezialteller (8,50 Euro), welcher aus Kartoffel-Käse-Bällchen mit Salat und Käse bestand, und Himbeersorbet (2,80 Euro) als Nachspeise. Zu Trinken gibt es Traubensaft (1,50 Euro). Die Suppe schmeckt, wie sie aussieht: lecker. Die Kartoffel-Käse-Bällchen sind eine kreative Eigenkreation, die wir einer üppigen Knollenernte verdanken. Und der Salat schmeckt im Gegensatz zu einem Supermarktprodukt wirklich intensiv. Zu betonen ist, dass hier alle Lebensmittel mit einem Biosiegel ausgezeichnet sind.

Sonnenbrunnenstrauße:
Unterdorf 30, 79122 Freiburg-Opfingen
www.sonnenbrunnenstrausse.de
Öffnungszeiten: bis 28. Oktober, Mi. – Fr.
ab 18 Uhr, Sa. ab 17 Uhr, So. ab 16 Uhr

 

 

Schlatthof
Bestellt wird ein gemischter Salatteller (6,50 Euro), Forellenfilet mit Sahnemeerrettich und Brot (7 Euro), ein Stück vegetarischer Zwiebelkuchen (2,20 Euro) und Apfelschorle (1,50 Euro) als Getränk. Alle Zutaten sind frisch, der Salatteller stattlich und bunt gemischt, unter anderem mit geriebenen Karotten, Kartoffelsalat, Gurken und Tomaten. Die Forelle ist angenehm zart, der Meerrettich wird durch die Sahne mild, und der Teller ist dezent mit frischem Obst und einem Salatblättchen und Zwiebeln angerichtet. Der knusprige Zwiebelkuchen kommt frisch aus dem Ofen. Zwar vermag keine der Speisen besonders herauszustechen – aber lecker ist es allemal und die Atmosphäre tut ihr Übriges.
Eine Besonderheit des Schlatthofs, abseits der Speisekarte, ist die geräumige Ferienwohnung mit zwei Stockwerken für Gäste von außerhalb.

Schlatthof:
Schlatthöfe 3, 79111 Freiburg
www.weingut-schlatthof.de
Öffnungzeiten: bis 9. November, Mo.–Fr. ab
17 Uhr, Sa. geschlossen, So. ab 12 Uhr