Ein Unternehmen, das sich 70 Jahre erfolgreich am Markt behauptet, darf durchaus stolz auf sich sein. Und das sind sie beim „Stern von Emmendingen“, der Schmolck GmbH & Co. KG. Doch kaum einer registriert, dass innerhalb des Jubiläums – Schmolck nahm die Arbeit 1947 als Landmaschinenhändler und -werkstatt auf – ein zweites Jubiläum gefeiert werden könnte: das des Spezialisten rund um die Mobilität.

 

Ende 1997, also vor knapp 20 Jahren, begann der Wandel von einem der größten Landmaschinenhändler in der Region hin zum Spezialisten rund um alles, was mindestens vier Räder hat. Der Anfang dieser Entwicklung liegt sogar noch länger zurück: Als 1991 Mercedes mit einem lakonischen Schreiben die Einstellung der Fertigung des MB trac ankündigte – für Schmolck immerhin 50 bis 60 Prozent des Jahresumsatzes –, war dem damaligen Chef Hans-Rudolf Schmolck klar, dass nun neue Wege zu gehen wären.

 


Da er über die Filiale Müllheim
bereits Mercedes-Pkw und -Nutzfahrzeuge verkaufte und der Unimog ebenfalls zur Schmolck-Palette gehörte, lag es nahe, auf die angebotene Abfindung von Daimler zu verzichten und stattdessen einen Händlervertrag anzustreben. Schließlich hieß es aus Stuttgart: „Wenn ihr nach unseren Vorgaben Werkstatt und Showroom neu errichtet, dann los!“

 

Schmolck

Erfolgreiches Team: Die Schmolck-Belegschaft arbeitet auch mal rund um die Uhr, damit die Trucks tagsüber auch worken können.

 

 

Ziel für Schmolck war es, „ein zuverlässiger Partner für den Stern“ zu sein. Und mittelfristig für die Kunden Dienstleister rund um die Mobilität zu sein. Dazu gehörte, dass es zusätzlich zum Verkauf und der normalen eine spezielle Lkw-Werkstatt gab, eine Blechnerei, Karosserie- und Glasinstandsetzung und eine Reifenabteilung. Schmolck bietet Unfallreparatur und Inspektion, neue Bereifung und Hauptuntersuchung, Wartung und Anbau von Spezialeinrichtungen an Lkw, Transporter und Kommunaltechnik, Neuaufbau von Spezialfahrzeugen.

 

Dazu kommen eine enge Kooperation mit Versicherungen, die Ausweitung des Einzugsgebietes – manch ein Spediteur schickt seine Fahrzeuge 50 Kilometer weit zu Schmolck –, ein ambitionierter Gebrauchtwagenhandel, eine hauseigene Vermietung mit über 60 Fahrzeugen vom Smart bis zum Lkw und ein 24-Stunden-Notdienst für Nutzfahrzeuge, die bei Schmolck auch dann gewartet und repariert werden, wenn sie nicht gebraucht werden. So werden teure Ausfälle vermieden – und sollte tatsächlich mal ein Termin nicht eingehalten werden können, bietet Schmolck einen Ersatz-Laster zur Überbrückung. „Wir tun alles, um den Kunden mobil zu halten“, sagt Geschäftsführer Jürgen Henninger.
Die Zeiten ändern sich – und Schmolck hat bisher immer rechtzeitig eine Antwort auf neue Herausforderungen. So auch 2015: Vom Citan bis zum Actros, vom Unimog bis zum Spezialfahrzeug, vom Smart bis zur S-Klasse – alles war im Angebot. Nur eines fehlte: ein Volumenfabrikat. Da aber Schmolck bei seinem Bosch-Dienst inzwischen auch VW betreute, kamen immer mehr Anfragen, ob man dort nicht auch Wolfsburger Fahrzeuge kaufen könne. Und zeitgleich eine Anfrage von Skoda: „Wollt ihr nicht unsere Fahrzeuge in Südbaden vertreiben?“ Schmolck wollte, und so ist seit Ende 2015 auch Skoda Teil des Angebots.

 

„Skoda hat ein sehr gutes Image, das besonders im Gewerbebereich große Akzeptanz findet“, weiß Inhaber und Geschäftsführer Bernhard Schmolck. Binnen drei Jahren konnte die tschechische Marke ihren Marktanteil in Deutschland von drei auf sechs Prozent verdoppeln. Heute arbeiten bei Schmolck acht Mechatroniker und drei technische Auszubildende allein für diese Marke. Insgesamt hat Schmolck 280 Mitarbeiter und ist mit 82 Auszubildenden einer der größten Ausbilder in der Region.

 

Text: Stefan Pawellek
Foto: © Schmolck