Hallo, ihr da draußen! Könnt ihr euch noch erinnern, wie das war? Als Telefone noch fest im Flur oder dem väterlichen Arbeitszimmer installiert waren? Und die stundenlangen Telefonate mit der besten Freundin immer von den Eltern kommentiert oder rüde unterbrochen wurden?

Telefonzelle

 

Oder, schlimmer noch, wenn der Angebetete nach tagelangem Sehnen endlich anrief und der kleine Bruder mit Freunden im Hintergrund lauerte? Und die herzigen Knaben das ganze quälende Telefonat lang „Fritzi ist verlieiebt, Fritzi ist verlieiebt“ singend um das Telefontischchen tanzten? Und damit natürlich das junge Glück im Keim erstickten!

Da gab es nur eine Rettung, die Telefonzelle um die Ecke: Zwanzig Pfennig waren der Preis für ein ungestörtes Telefonat. In fortgeschrittenen Exemplaren konnte man sogar zurückgerufen werden. Und quatschen bis die vor der Zelle Wartenden die Scheiben einzuschlagen drohten. Unvergessen auch das wunderbare Telefonat mit einem Unbekannten, der eigentlich eine andere erreichen wollte, dessen Anruf ich aber, weil mich das unerhörte Klingeln dauerte, angenommen hatte.

Und heute? Was sind wir mobil! Handy, Whatsapp, Skype, Facebook, Twitter – kommuniziert wird auf allen Kanälen. Kein Mädel muss heute mehr stundenlang das Telefon anstarren und Essen, Ausgehen oder Einkaufen verweigern, bloß weil der Liebste sich melden könnte. Klar, sie warten immer noch, aber gleichzeitig gehen sie ins Schwimmbad. Ist das noch das Gleiche?

O weh! Werde ich alt, weil ich nostalgische Gefühle bekomme, wenn neulich auf dem Rathausplatz die letzte Telefonzelle abmontiert wird? Und: Wenn ich noch eine finde und euch die Nummer sage: Würdet ihr mich anrufen? Ich warte!

Text & Foto: Fritzi Berlin