Mit Deichkind und dem Gorillaz Sound System als Headliner startet das Freiburger Festival Sea of love am 14. und 15. Juli in sein elftes Jahr. Über kein anderes Festival ist seit dem vergangenen Jahr so viel gesprochen und geschrieben worden wie über das Sea of love am Tunisee. Beim zehnjährigen Jubiläum lief in der Organisation vieles schief. Der ehemalige Veranstalter, die Mehr Seen Festival GmbH, und das Freiburger Rathaus werden sich in dieser Causa wohl vor Gericht wieder treffen. Derweil steht unter der Regie der neugegründeten Koko Festival GmbH das diesjährige Festival in den Startlöchern.

So wird heuer einiges anders sein, wenn am 14. Juli die ersten Töne am Tunisee erklingen. Anstatt drei wird das Festival zwei Tage dauern, bei 20.000 Besuchern liegt die selbst verordnete Kapazitätsgrenze von Marc Oßwald, der als Geschäftsführer des Konzertveranstalters Koko auch an der Spitze der neuen GmbH steht. Anfang Juni waren rund 8000 Tickets verkauft. Eine Erhebung aus den vergangenen Jahren und den bisherigen Ticketverkäufen ergibt, dass nur ein Drittel der Gäste aus der Regio kommt, etwa 20 Prozent aus dem Ausland (vor allem Schweizer und französische Nachbarn) und rund die Hälfte aus dem gesamten Bundesgebiet. Der See der Liebe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Festival entwickelt, das sich weit über Freiburg hinaus einen Namen gemacht hat.

Crowded house: Auch bei der diesjährigen Sea of love werden wieder
Tausende an den Tunisee kommen.



Der Name wird bleiben, auch wenn der Ruf durch das vergangene Jahr gelitten hat. Eine weitere Änderung des neuen Veranstalters betrifft deswegen auch die Rothaus Arena. Sie wird nicht mehr als Pre- oder After-Partylocation genutzt, alles spielt sich wieder nur am Tunisee ab. Auch die Campingplätze für die Besucher sind nicht mehr an der Messe, sondern im direkten Umfeld. Dazu ist das Gelände gedreht, so dass die Besucher nicht mehr entlang der Autobahn und durch eine Unterführung gehen müssen, an der die Lage im vergangenen Jahr kritisch geworden war, als sich eine Menschenmasse staute. Zudem wird es kostenloses Trinkwasser für die Musikfans geben. So manches Problem aus dem Zuschauerrekordjahr 2011 wird es 2012 nicht geben.

Auch programmatisch öffnet sich das Sea of love weiter. Der Headliner, die Electropop-Formation Deichkind, ist das beste Beispiel. Die Hamburger vereinigen Electro (den Ursprung des Festivals) und Pop und werden eine ziemlich spektakuläre Show zeigen: Unterschiedlich große, verspiegelte säulenartige Elemente werden auf der Bühne herumfahren und mit Videoprojektionen und Neonlicht zu jedem Song ein neues kontrolliertes Chaos stiften. Mit dem Gorillaz Sound System aus Großbritannien wird ein Act zu Gast sein, von dem man gar nicht weiß, was und wie er spielen wird. Ein DJ, ein Percussionist, ein Drummer und ein Bildregisseur werden die Show bestreiten. Man darf gespannt sein. Es kommen Frida Gold, Carl Craig, Birdy Nam Nam, Bonaparte. Es kommen zahlreiche klassische Electro-DJs von hohem Rang: Carl Cox, Mr. Oizo, Fritz Kalkbrenner oder die Turntablerocker. Das Sea of love hat gute Chancen, seinen guten Ruf wiederherzustellen. 

Text: Daniel Weber / Foto: © Endless Event GmbH

Info & Termine „Sea of Love“:
Wann: 14. bis 15. Juli 2012
Wo: Tunisee Freiburg
Wer: Gorillaz Sound System, Deichkind, Carl Cox,
Mr. Oizo, Fritz Kalkbrenner, Lexy & K-Paul Live feat. Marteria, Turntablerocker, Bonaparte, Frida Gold, Moonbootica, Ellen Allien, Monika Kruse, Pan-Pot, The Oakwoods und viele mehr
www.seaoflove.de