In einer Freiburger Kita ist es zu sexuellen Übergriffen gekommen. Bürgermeisterin Gerda Stuchlik informierte die Öffentlichkeit heute davon, dass die Polizei auf dem Computer eines Bürgerarbeiters 220 einschlägige Videos fand – darunter auch Filme von vier Mädchen einer städtischen Kindertageseinrichtung. Die Eltern aller in der Tagesstätte betreuten Kinder wurden bereits vergangene Woche informiert.

 

Die Polizei ermittelt bereits seit dem dritten August. Wochenlang haben die Beamten die Videos ausgewertet, die seit April gedreht worden waren. Auf zwei der Videos fanden sie strafrechtlich relevante Inhalte, zwei weitere Filme zeigen Vorfälle knapp unterhalb der strafrechtlichen Relevanz. Laut Angaben des SWR ermitteln die Beamten in einem der Fälle wegen sexuellen Missbrauchs. Die Filme seien auf dem PC eines in der Kita arbeitenden Bürgerarbeiters gefunden worden, als der Computer in der Reparatur war. Der Mann filmte seine Taten mit einer in einem Aktenordner versteckten Kamera, den Aktenordner hatte er zur Tarnung unter einen Holzstapel geschoben.

 

Der Bürgerarbeiter war bereits zwei Jahre in der Kindertagesstätte beschäftigt gewesen, zunächst als Küchenhilfe, dann in der zur Einrichtung gehörenden Holzwerkstatt. Zu Beginn der Tätigkeit war er überprüft worden, im Führungszeugnis waren jedoch keinerlei Beanstandungen vermerkt gewesen. Auch das erweitere Führungszeugnis, das die Kita aufgrund verschärfter Gesetze Ende letzten Jahres angefordert hatte, war unauffällig.

 

Der Bürgerarbeiter war in der Holzwerkstatt der Kita tätig. Bild: Jens-Ulrich Koch/dapd

 

Anfang Oktober erstattete die Staatsanwaltschaft Strafanzeige, die Mädchen und deren Eltern werden psychologisch betreut und begleitet. Das Freiburger Rathaus reagierte sofort auf den Vorfall: Beim Einsatz von Bürgerarbeitern in städtischen Kitas gelten nun strengere Regeln. So darf kein Bürgerarbeiter mehr für die direkte Arbeit mit Kindern eingesetzt werden. „Dies ist zunächst mal das Erste, was wir tun konnten“, erklärt Stuchlik. „Wir werden uns aber weiter mit dem Thema auseinandersetzen und Verhaltensregeln einziehen, mit denen wir hoffen, einen weiteren Fall verhindern zu können.“