Auf dem Ferkelbalkon rosa Schweinchen streicheln, sich mit dem Alterssimulationsanzug ins Rentenalter versetzten lassen und im Strickcafé mit den Nadeln klappern: Was skurril klingt, scheint bei den Freiburgern bestens anzukommen. Rund 80.000 Menschen besuchten in den vergangenen neun Tagen die Baden Messe. Doch was macht die Messe zu so einem Besuchermagneten?

 

Erfolgreich

 

Über den Erfolg der Messe lässt sich nicht streiten. Mehr als 500 Aussteller, rund 80.000 Besucher (Veranstalterangaben), davon bereits 25.000 am ersten Wochenende – die FWTM (Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH) zeigt sich zufrieden. „Unsere Aussteller haben vom ersten Tag an die gute Besucherqualität und die Konsumfreude der Menschen gelobt, die Zufriedenheit mit dem Messeverlauf ist dementsprechend bei vielen Beteiligten hoch“, lässt sich Messechef Klaus W. Seilnacht in einer Pressemeldung zitieren.

 

Unterhaltend

 

Ein Grund für die zuverlässig hohen Besucherzahlen ist das große Unterhaltungsangebot. Auftritte der „Feldberger“ und von Hansy Vogt sowie die Autogrammstunde mit SC-Spieler Jan Rosenthal waren große Publikumsmagneten. Stefan Mross schrieb sich am Samstag die Finger wund und gab seinen Fans rund tausend Autogramme. Für die kleinen Besucher war vor allem die große Spiel- und Erlebnisfläche in Halle 3 ein Höhepunkt. An verschiedenen Spielstationen konnten Kinder basteln, malen, balancieren, toben und springen.

 

 

Ein selbst erklärendes Bild. Fotos: FWTM

 

Skurril

 

Sicherlich ist aber auch die Lust auf Neues ein Grund für den Run aufs Messegelände, denn die Baden Messe geizt nicht mit außergewöhnlichen Attraktionen. Rotierende Kuhbürsten, Spaltenroboter und Milchproduktion vom Bildschirm aus: Auf der Badischen Landwirtschaftsausstellung BALA gab es das Neuste für den Kuhstall. Während die Kühe von den Bürsten massiert werden, sorgt der Melkroboter automatisch für den Milchnachschub, und der Spaltenroboter putzt den Stall. Womöglich kann also Landwirtschaft auch mal Spaß machen.  Eine echte Kirche mit Kirchturmuhr und Glocke gab es an allen Messetagen in Halle 4 zu sehen. Wem der Messetrubel zu viel wurde, konnte in der Kirche bei meditativer Musik ausruhen.

Gar nicht ruhig hingegen war es bei der Ausstellung „Farbige Hüpfer“ – dort kreuchte und fleuchte es vielmehr: die Welt der exotischen Frösche gastierte in Freiburg. Frösche aus vier Kontinenten gab es zu bestaunen, vom Pfeilgiftfrosch über den Laubfrosch bis zur Aga-Kröte. Ebenfalls tierisch ging es im Tierzelt zu, in dem die Besucher Ferkel kraulen und Küken beim Schlüpfen beobachten konnten.

 

Abwechslungsreich

 

Langeweile kommt auf der Baden Messe selten auf. Ausstellungen zum Thema Land- und Forstwirtschaft, Bauen & Renovieren, Energiesparen, Hauswirtschaft, Mode, Schmuck, Kunsthandwerk und vielem mehr vermischten sich auch in diesem Jahr zu einem bunten Themenmix. Dazu kamen noch die beliebten Sonderschauen.  Am ersten Wochenende präsentierte die „Gartenlust“ Pflanzen, Accessoires und Dekoartikel. Am zweiten Wochenende wurde bei der Sonderschau „Inspiration – kreatives Gestalten in der Freizeit“ gewerkelt, gestrickt und gebastelt. „Leben und Wohnen für alle“ zeigte, wie Menschen jeden Alters barrierefrei leben können, und die Themen Gesundheit, Wellness und Prävention standen bei der „Gesund & Vital“ im Vordergrund. Wie viele der 80.000 Besucher tatsächlich rosa Ferkel gestreichelt haben, war nicht zu erfahren.

 

Tanja Bruckert

 

Reichlich Unterhaltung gab es auch - hier mit Stefan Mross.