Die börsennotierte Freiburger Solar-Fabrik AG leidet im vierten Quartal „unter einem massiven Absatzeinbruch“ auf den europäischen Photovoltaik-Märkten, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung. Gepaart mit einem einhergehenden Preisverfall drohe dem einstigen Vorzeigeschüler der Solarbranche deswegen nach 2013 nun erneut ein Millionenverlust.

Nicht ausgelastet: Blick ins Werk der Solar-Fabrik.

 

Vorstandschef Günther Weinberger schätzt dennoch seine Umsatz- und Absatzziele im laufenden Jahr – gegen die Marktentwicklung in Europa – noch als erreichbar ein. Von Januar bis Ende September lag der Umsatz bei knapp 50 Millionen Euro und damit sieben über dem Vorjahreszeitraum. Der Verlust lag bis dahin bei 3,2 Millionen Euro, 1,4 Millionen weniger als im Vorjahr. Im kompletten Jahr 2013 hatte die Solar-Fabrik knapp 53 Millionen Euro umgesetzt, dabei aber auch rund acht Millionen Euro Miese eingefahren.

 

Im vergangenen August hatten die Freiburger – in der Erwartung wieder steigender Nachfrage – ein Modulwerk der insolventen Centrosolar Sonnenstromfabrik GmbH in Wismar samt 143 Mitarbeitern übernommen. Insgesamt arbeiten für die Solar-Fabrik 250 Menschen.

 

Die Freiburger sind längst nicht die einzigen, die Warnmeldungen aussenden. Anfang Dezember hatte die SMA Solar Technology AG aus Niestetal die Umsatzprognose von bis zu 950 Millionen Euro auf bis zu 790 Millionen korrigiert. Es droht ein Verlust von bis zu 115 Millionen Euro. Die Begründung war dieselbe: kaum Nachfrage.
Die Freiburger Solarstrom AG (SAG) war wegen der Solarkrise gar in die Insolvenz gegangen und wurde vor wenigen Monaten von der chinesischen Shunfeng-Gruppe gerettet, der das operative Geschäft 65 Millionen Euro wert war.

 

Text Lars Bargmann / Foto: © Solar Fabrik AG