Dass der Freiburger Stadtspitze die Entwicklung an der Bahnhofsmeile nicht einerlei ist, bewiesen Oberbürgermeister Dieter Salomon und Baubürgermeister Martin Haag unlängst bei der Grundsteinlegung fürs fünfgeschossige, 20 Millionen Euro teure Straumann-Gebäude an der Heinrich-von-Stephan-Straße: Unisono lobten sie das jüngste Projekt der Strabag-Real-Estate GmbH, deren Freiburger Bereichsleiter Martin Lauble in diesem Jahr noch zwei weitere größere Projekte stemmen wird.

Ansichtssache: Südlich des neuen Bürogebäudes locken ein Quartiersplatz samt Wasserfläche zur Mittagspause.

 

Neben dem embeX-Haus wächst derzeit das jüngste Glied der Perlenkette an der Bahnhofsmeile – zwischen dem einstigen Ufa-Palast im Norden und dem Moser-Areal im Süden – aus dem Boden. Von den rund 7000 Quadratmetern Nutzfläche wird der Schweizer Medizintechniker Straumann ab September 2016 für 120 Beschäftigte rund 4000 nehmen. Für die weiteren Flächen (ab 350 Quadratmeter) steht Lauble mit mehreren Interessenten in Gesprächen. Gesucht werden noch Mieter für die Gastronomie (bis zu 400 Quadratmeter plus Freiterrasse) mit Mittagstisch im Quartier und kleinere Ladeneinheiten im Erdgeschoss über der 110 Autos fassenden Tiefgarage.

Den Realisierungswettbewerb für die Entwicklung des einstigen Post-Areals hatte das Freiburger Büro Böwer Eith Murken gewonnen. Er bietet südlich des Straumann-Gebäudes auch einen 600 Quadratmeter großen Quartiersplatz samt Wasserfläche, weitgehende Autofreiheit und energetisch sehr anspruchsvolle Gebäude: Der Neubau soll wie das benachbarte embeX-Haus von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit Silber zertifiziert werden – womit die beiden nach bib-Recherchen die bisher einzigen in Freiburg wären. Mit dem embeX-Bau (nach Fertigstellung an die Bayer Pensionskasse verkauft) investiert die Strabag hier rund 150 Millionen Euro.

Geschliffen: Noch in diesem Jahr werden auch die Bagger für das Gebäude Schnewlin 12 anrücken.

 

Als nächstes soll westlich vom Straumann-Gebäude ein 130-Zimmer-Hotel entstehen (geplant: Holiday-Inn-Express), zwischen Interchalet und business-X-Press steht zudem der Bau des spektakulären Diamanten Schnewlin 12 mit rund 2500 Quadratmetern in den Startlöchern. Die Baugenehmigung liegt auf dem Tisch, erstmals bietet die Strabag hier Eigentum an (rund 4200 Euro netto pro Quadratmeter).

»Die Heinrich-von-Stephan-Businessmile ist ein sehr guter, innenstadtnaher Standort mit einem sehr firmenfreundlichen Umfeld und interessanter Nachbarschaft«, sagt Lauble. Dazu gehören die Gastronomie, die kleinen Läden zur Nahversorgung und eine Kindertagesstätte für die Kinder der Mitarbeiter. Der Straumann-Neubau wird nicht der letzte sein, zu dem die Stadtspitze anrückt.

Text: Lars Bargmann / Visualisierung: Strabag Real Estate; Foto: DWOF