Mit einem Beitrag über den neuen türkischen Betreiber eines traditionsreichen Obst- und Gemüsegeschäftes am Münsterplatz hat die Freiburger Redaktion des SWR eine Debatte über Fremdenfeindlichkeit in Freiburg entfacht.  Tevabil Özdin hatte das Geschäft im November von Rainer Schwörer übernommen und steht nun bereits wieder vor der Aufgabe. Mehr als 30 Stammkunden boykottierten das Geschäft, allein, weil er ein türkischer Muslim sei, sagte er dem Sender. Zudem haben er und seine Mitarbeiter sich fremdenfeinliche Äußerungen anhören müssen. “Ich arbeite seit 25 Jahren hier, aber so was habe ich noch nicht erlebt”, sagte seine Mitarbeiterin Melanie Ott.

 

Ob Özdin mit den Gewinnen die Taliban finanziere oder wann seine Mitarbeiterinnen Kopftücher tragen müssten, sind nur zwei Beispiele des Umgangs von Christen mit dem Moslem.  Auf 20 Prozent beziffert Özdin den Umsatzeinbruch. Er suche jetzt einen “deutschen Christen”, der das Geschäft übernehme. “Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Unabhängigen Listen sind entsetzt darüber, dass Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die sich für besonders christlich halten, Herrn Özdin, den neuen Besitzer des ehemaligen Obst- und Gemüseladens Schwörer am Münsterplatz wegen seiner Herkunft und Religion beleidigen, ihn boykottieren und ihm das Recht absprechen, dieses wunderbare Geschäft in Münsternähe weiterzuführen”, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Unabhängigen Listen.  Eine Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Glaube dürfe nicht hingenommen werden. Die UL fordern die Bürgerschaft auf, sich mit Özdin zu solidarisieren und bei ihm einzukaufen.

 

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