Was vor vier Monaten begann, findet nun einen – vorläufigen – Abschluss: Seit gestern – und noch bis zum 25. Mai – sind in der Passage 46 des Stadttheaters etwa 40 neue Stadtkarten ausgestellt, die in vier Mapping-Freiburg-Workshops entstanden sind. Dieses neuartige Stadterkundungsprojekt für „neu in Freiburg angekommene und einheimische Menschen“ fand von Februar bis Mai statt und sowie vom Landes-Innovationsfonds Kunst & Kultur gefördert; das Literaturbüro und der Verein ILLU Freiburg e.V. haben es gemeinsam ausgedacht, entwickelt und veranstaltet. Mit der Vernissage wurde zugleich das 3. Internationale Bürgerbühnenfestival eröffnet, das ebenfalls bis 25. Mai dauert.

 

 

Als Landes-Kultur-Staatssekretärin Petra Olschowski Festival und Ausstellung eröffnete, waren natürlich auch einige der Teilnehmer des Projekts anwesend. Zusammen mit Martin Bruch und Katharina Knüppel vom Literaturbüro sowie Silke Jaspers und Ludmilla Bartscht freuten sie sich über diese „großartige Erfahrung“, und die „tolle Präsentation“ ihrer Bilder, die sie bei Stadtspaziergängen, in Ludmilla Bartschts Zeichenatelier in der KTS und an „einer perfekten Druckmaschine“ erarbeiteten – und dabei zu Freunden wurden. Über alle Sprachunterschiede hinweg.

 

Das war auch die Überlegung, die hinter der Unternehmung steckte: Wo die Sprache nicht ausreicht, kommen andere Kommunikationsformen ins Spiel, etwa die Zeichnung, die beiträgt, Gedanken und Ideen zu formulieren. Und genau hier, so hatte Literaturbüro-Leiter Martin Bruch zu Beginn des Projekts gesagt, lag der literarische Aspekt des Experiments „Mapping Freiburg“: In der Arbeit mit und zwischen den Sprachen, um in der Interaktion einen persönlichen und dennoch allgemein verständlichen Ausdruck zu finden, der nicht zwingend im geschriebenen Wort liege.

 

Es hat bestens geklappt: Die Teilnehmer – einige davon sind geflüchtete Menschen, die erst seit ein, zwei Jahren hier sind, andere sind Erasmus-Studenten, wieder andere Deutsche aus anderen Städten – haben uns nicht nur neue und ganz erstaunliche Perspektiven auf die Stadt eröffnet, die übrigens in den Buchhandlungen Schwarz und Jos Fritz sowie im Landkartenhaus Freiburg zu kaufen sind. Sie haben in der Interaktion ganz nebenbei auch gelernt, sich selbstverständlicher auf deutsch auszudrücken – in der Sprache, die in ihrer jetzigen Lebensphase eben ihre Alltag prägt.

 

Eine sehr sehenswerte Ausstellung – ein gelungenes Projekt.

 

Mehr Infos: www.chilli-freiburg.de/mapping

 

Text und Fotos: Erika Weisser, © Martin Bruch

 

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