Seit dem 7. Januar führt Daniel Strowitzki die Geschäfte der Freiburger Messegesellschaft. Der gebürtige Hamburger war Ende 2006 als Abteilungsleiter Messen von der Hannover-Messe zur Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG gekommen. Und so drückt er auch nur an 32 Spieltagen die Daumen für den SC Freiburg, denn die große Kammer seines Herzens schlägt immer noch für Hannover 96.

 

Das abgelaufene Jahr stuft Strowitzki als positives ein: „Wir haben mit meinem Vorgänger Klaus Seilnacht angesichts der weltweiten Solarkrise die Planzahlen angepasst und werden wohl am Ende leicht über diesen Zahlen liegen.“ Der Umsatz liegt demnach bei mehr als 20 Millionen Euro. Der bisherige Rekord lag bei 30 Millionen. Das war aber auch vor der Solarkrise im Geschäftsjahr 2011. Der Umsatzbringer, die Intersolar, hat in München 2014 nun nur noch 90.000 Quadratmeter gefüllt (in Spitzenzeiten waren es rund 170.000). Und auch an den anderen Intersolar-Standorten in San Francisco, in São Paulo, in Mumbai und Peking sieht es nicht viel anders aus. Allerdings wächst der neu implementierte Schwerpunkt Electrical Energy Storage (ees, Speichermedien): von 2000 Quadratmetern 2014 auf rund 10.000 im laufenden Jahr. „Das war ein taktisch richtiger Zukauf“, sagt Strowitzki – ohne zu sagen, was der gekostet hat.

 

Erfolg hatte die Messegesellschaft mit ihren 40 Beschäftigten im vergangenen Jahr auch mit der Premiere der Schmuckmesse, die schon mit ihrer zweiten Auflage im kommenden März die komplette Freiburger Messe inklusive Rothaus-Arena füllen wird. Zudem gab es am Europaplatz noch nie so viele Konzerte: 32 Bands, Kabarettisten, Comedians und andere Gruppen füllten die Hallen. Insgesamt gab es 250 Veranstaltungstage, zu denen 450.000 Menschen an die Messe kamen – ohne das Tote-Hosen-Konzert unter freiem Himmel.

 

FWTM-Chef Growitzki

 

In diesem Jahr wird es mit Herbert Grönemeyer, Sunrise Avenue und Xavier Naidoo gleich drei Open-air-Acts geben. Und mit dem Mudiator-Run neben dem Marathon eine zweite Laufveranstaltung. Sein vorerst letztes Gastspiel wird der 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) geben, seine Premiere Anfang Mai die eigenständige Gesundheitsmesse FIT FOR LIFE mit der Baby+Kind. Eine Pause „aus terminlichen Problemen“ wird die Messe Gartenträume machen, die aber 2016 wieder ins Programm kommt, wenn auch die zweite Weltleitmesse made in Freiburg, die Interbrush, wieder ihr allvierjährliches Gastspiel gibt – und die Umsätze wieder nach oben schnellen lassen wird.

 

Zu einem verlässlichen Umsatzbringer hat sich die Plaza Culinaria entwickelt, die von Rekord zu Rekord eilt und im vergangenen November erstmals 42.000 Besucher holte. „Die Plaza war wieder ein Highlight, das hat mittlerweile Klassentreffen-Charakter, die Leute fühlen sich wohl, da muss man einfach hingehen“, freut sich der neue Messechef. Sein bisheriger Posten wird übrigens gesplittet: Das internationale Geschäft hat Thomas Arabin übernommen, der von der Messe Münster kam. Eine Stelle für die nationalen Messen, die Strowitzki derzeit kommissarisch innehat, ist ausgeschrieben. Keinen Durchbruch schaffte die Ingenieursmesse econs-tra – zumindest nicht beim Publikum. „Die econstra hatte aber 700 Teilnehmer bei gleichzeitigem Kongress und deswegen werden wir das zu einer Kongressmesse umbauen.“ Insgesamt rechnet Strowitzki im laufenden Jahr mit etwa dem gleichen Umsatz wie 2014.

 

Einen persönlichen Messe-Liebling hat Strowitzki nicht: „Wir haben in den vergangenen Jahren Messen für jedermann geschaffen, das ist für einen vergleichsweise kleinen Messeplatz großes Kino.“ Und das sei ja eine Parallele zum Sport-Club, der auch als Underdog hin und wieder mal international spielt.

 

Text: Lars Bargmann / Foto: FWTM