Im Sommer 2019 könnten die Freiburger Kult-Locations Crash und Drifter’s Geschichte sein. Die Stadtverwaltung wollte das Gelände der benachbarten IHK verkaufen. Doch die Wellen schlugen hoch. Jetzt macht eine spektakuläre Idee die Runde.

 

Es steht Aussage gegen Aussage. Anfangs hieß es, Crash und Drifter’s wollen sowieso schließen. Nichtöffentlich sollte der Gemeinderat den Verkauf des Geländes in der Schnewlinstraße an die IHK abnicken. Die Crash- und Drifter’s-Chefs waren empört: „Ich habe niemals ans Aufhören gedacht“, kontert Crash-Betreiber Mario Held (55). Er will weitermachen. Mindestens zehn Jahre. Wo das Gerücht herkommt, weiß er nicht. Die Sache ärgert ihn: „Wir sind die letzten, die von den Verkaufsplänen erfahren haben. Wie geht denn das?“

Crash-Chef Mario Held: „Wir wollen zehn Jahre weitermachen.“

 

Stadträte aller Fraktionen kamen Mitte März ins Crash. Darunter auch Maria Viethen, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „So kann man das überhaupt nicht machen“, sagt die Stadträtin. Das Crash sei einmalig. Michael Moos, Fraktionschef der Unabhängigen Liste, meint: Flächen für die IHK gibt es auch anderswo.

 

Ein Ansatz ist nun, Crash und Drifter’s in die erweiterte IHK zu integrieren. „Da ist am Wochenende und Abend nichts los. Das wäre ideal“, sagt Viethen. Held sieht das anders: „Dann müssen wir uns einschränken. Unser Konzept zu ändern, kommt nicht in Frage.“ Bei der IHK sagt man zu dem Vorschlag nichts. Doch die Gespräche laufen, berichten Viethen und Held.

 

Drifter’s-Chef Markus Kreidel hat die Vision eines Kulturzentrums: „Die Stadt könnte hier ein riesiges Rad drehen.“ Platz schaffen für das Jugendkulturzentrum ArTik, 15 Proberäume, Ateliers. Dazu müsse man drumherum aufgraben und alles mit einer Säulenkonstruktion überdachen. Ähnliches schwebt auch dem benachbarten Gründerzentrum im Grünhof vor, das Gespräche in viele Richtungen führen will, wie Geschäftsführerin Martina Knittel sagt. Sie hofft auf eine „Freifläche für Kultur und Kreative“. Das Gelände für Büroräume zu opfern, missfällt ihr: „So wird Freiburg zu München.“

 

Geht es nach der Freiburger Polizei, können Crash und Drifter’s bleiben. „Wir sehen das vollkommen neutral“, sagt Sprecher Walter Roth. Die Zusammenarbeit mit den Betreibern sei gut.

 

Text & Foto: tln