Die Lesewanderung „Sätzlinge“ des Freiburger Literaturbüros hat am Freitagabend durch den Stadtteil Brühl geführt. An drei Überraschungs-Stationen lasen Nachwuchsautoren für die Teilnehmer. Einer dieser „atemberaubenden Leseorte“ urban-poetischer Zusammenspiele war die Lokhalle, in der auch das chilli Magazin seine Redaktion hat.

 

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Erst zum dritten Mal hat die Freiburger Abiturientin Schaja Aenehsazy vor Publikum gelesen. Die 19-Jährige präsentierte kurze Gedichte und Texte über Hoffnungen, ihren Alltag und Abenteuerlust. Und das in besonderen Ambiente: Im stylischen Veranstaltungsraum der Eventagentur mehrpunkt im Erdgeschoss der Halle kehrte sie auf einem braunen Sofa ihr Innerstes nach außen.

 

Das Publikum lauschte andächtig und erfuhr bei der anschließenden Fragerunde, dass Schaja sich von Rappern wie Prinz Pi inspirieren lässt und durch das Sams zum Schreiben kam.

 

Dreimal las die Schülerin der Angell Akademie ihre Texte. Denn die Sätzlingelesewanderung erkundete in drei Gruppen mit je etwa 20 Personen das Viertel Brühl. Dabei gab’s Stopps an drei Orten: in einem Friseursalon, in der Einsegnungshalle des Hauptfriedhofs und in der Lokhalle am Güterbahnhof.

 

lesung4_500Beim Betreten des monumentalen Bauwerks machte so mancher große Augen: „Wahnsinn, ein wahres Juwel“, jubelte ein Teilnehmer. Die Lokhalle ist das „bedeutendste Beispiel von Industriearchitektur aus der Zeit der Jahrhundertwende in Freiburg“, heißt es in der Denkmalliste des Landes Baden-Württemberg. Sie beheimatet viele Kreative – unter anderem auch das chilli.

 

Zum Ausklang des Abends trafen sich die Sätzlinge-Teilnehmer zum Plaudern und Feiern im Goldenen Sternen. Der Freiburger Liedermacher Godot gab ein paar Stücke zum Besten. „Ein perfekter Abend“, freute sich Mario Willersinn, einer der Sätzlinge-Organisatoren.

 

Und verkündete gleich den nächsten Termin: Am 10. Juli wird das Viertel St. Georgen literarisch erwandert.

 

Info

Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/saetzlinge

Webseite: www.literaturbuero-freiburg.de/cms

 

Text & Fotos: Till Neumann