„Das blutrote Fleisch stach sich empfindlich mit dem Gelb der Löwenzahndolden.“ Für alle, die auch angesichts einer enthäuteten Leiche ihren Sinn für Ästhetik nicht verlieren, beginnt Moritz’ aktueller Baden-Krimi schon mal gut. Kommissar Belledin, der in seinem fünften Fall ermittelt, stellt sich bereits am Mordschauplatz in altbekannter Manier vor: Ruppig, selbstgefällig, mit derbem Humor.

 

Das badische Urgestein soll den Mord an einem kämpferischen Breisacher Tierschützer aufklären, der in der Nähe des Schlachthofs mit einem Bolzenschussgerät erschossen und anschließend gehäutet wurde. An seiner Seite stehen der Kriegsfotograf Killian, der undercover im Schlachthof ermittelt, und Belledins neue Kollegin Sandra Stark, die ein dunkles Geheimnis hütet. Es ist dieses Geheimnis, das dem Krimi die nötige Spannung verleiht, die bei dem eigentlichen Fall lange Zeit zu kurz kommt.

 

Statt Herzrasen kitzeln die skurrilen, fast schon überzeichneten Figuren eher die Lachmuskulatur, allen voran der überzeugte Fleischliebhaber Belledin, der versucht, sich in die Tierschützerszene einzufinden. Während die Überraschungsmomente am Anfang noch dünn gesät sind, nehmen die Ermittlungen gegen Ende eine Wendung, die nicht nur den kleinen Kriminalfall, sondern auch den Roman aus der Menge herausstechen lassen.

 

Text: Tanja Bruckert

 


Um_die_Wurst

 

Michael Moriz
Um die Wurst
266 Seiten, Taschenbuch
Hermann-Josef Emons Verlag, 2013
Preis: 10,90 Euro