Auf ein Bier im neuen Study-Village

Wohnungssuche ade! Ende Oktober hatte für vier Freiburger Studenten der nervige Freiburg-Einstiegs-Prozess endlich ein Ende: Tobias Hornung, Philipp Stumper, Florian Fuhrmann und Michael Sonnde zogen – nachdem sie sich exklusiv via chilli beworben hatten – in die vier ersten Study-Homes der Umkircher Firma Kramer. Die stehen auf dem Gelände der Lokhalle am Güterbahnhof. Dort dürfen sie jetzt ein Semester lang kostenlos und ein weiteres für gerade einmal 200 Euro im Monat leben – als Gegenleistung müssen sie die Homes in der Zeit auf Herz und Nieren testen. Redakteur Felix Holm hat auf ein Bier bei den vier glücklichen Erstbewohnern vorbeigeschaut.

 

Da sitzen sie, die vier Gewinner, und wirken wie eine ganz normale WG. Nur die fabrikfrisch aufgebauten Möbel und die weißen, unbehängten Kunststoffwände erwecken noch einen leicht sterilen Eindruck. „Für mich ist diese Art zu wohnen noch ein bisschen abstrakt“, gesteht der 23-jährige VWL-Student Michael ein, „aber es fehlen auch einfach noch die individuellen Sachen, ich muss hier einfach noch meinen eigenen Stil reinbringen.“

Wie in der WG: Philipp, Michael, Tobias und Florian testen die neuartigen Wohnmodule.

 

Auch fehlt noch eine Waschmaschine, und der Internetanschluss sei noch ein wenig lahm – Kramer will sich darum bald kümmern. Ansonsten sei aber alles in Butter: Klopapierhalter sind nachträglich angebracht worden, die Heizung funktioniert, Warmwasser und Strom sind da, und die ab und an draußen vorbeirollenden Güterzüge werden von den Bewohner nur noch am Rande wahrgenommen.

 

Seit nicht einmal sieben Tagen wohnen die vier jetzt hier – zum Posteraufhängen sind sie zwischen Interview- und Fototerminen noch gar nicht gekommen. „Ich habe manche Schubladen von meinen neuen Möbeln noch gar nicht richtig aufgemacht“, lacht Florian. Gerade zu Beginn des Projekts stehen die jungen Männer unter Beobachtung, der Einzug in die ersten „Study-Homes“ hat landesweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Fernsehen, Radio und Zeitung sind dabei nicht die einzigen, die an den vier Wohnblöcken reges Interesse zeigen. „Hier kommen immer wieder Leute vorbei und fragen, ob sie mal reinschauen dürfen – manche kommen extra dafür mit dem Fahrrad her“, erzählt Tobias, „dass am Anfang solche Dinge passieren, darauf waren wir aber auch eingestellt.“ Kramer hat die vier nicht zufällig ausgewählt – nach der Bewerbung beim chilli wurden die Kandidaten nach Umkirch zum Vorstellungsgespräch eingeladen, bis nur noch die vier Gewinner im Study-Village übrig waren. Jetzt dürfen und müssen sie ein Jahr lang – ohne Maulkorb – mit der Presse über ihre Erfahrungen plaudern.

 

Das anfängliche Rampenlicht bringt auch kuriose Begegnungen mit sich, wie Philipp zu berichten weiß. Der Zahnmediziner wurde kurz nach seinem Einzug in der Bibliothek angesprochen: „Hey, kenn ich dich nicht aus der Zeitung?“ Er hatte von dem Artikel noch gar nichts mitbekommen und verneinte zunächst, aber seine Gegenüber beharrte: „Doch, ich bin mir sicher!“ Philipp ist jetzt fast ein Star. „Holt mich hier raus!“ will er so schnell aber nicht rufen.

 

Text & Foto: Felix Holm

 

Bilderstrecke – Der Einzug: http://chilli-freiburg.de/02-freiburg/chilli-bilderstrecke-study-home-der-einzug/