Ja, das kann man mal machen: Jannik Grohe und Thore Könnecke finden, dass es in Freiburg keine Weinbar gibt. Keine, in der man kein Kenner sein muss, um sich wohlzufühlen. Keine, die als Kommunikationsbar durchgeht. Keine, die dazu führt, dass in der Mail „Lass uns mal wieder ein Weinchen (statt Bierchen) trinken“ steht. Deswegen machen sie am kommenden Samstag in der Gartenstraße das Rido auf. Und haben mit Projektleiter Achim Rau und Betriebschef Marc Rebel durchaus profunde Crewmitglieder an Bord geholt.

 

Zum Redaktionsgespräch bringen sie einen Silvaner aus der Pfalz mit und einen Roten (Cabernet Franc, Merlot, Malbec) aus der Domain La Louvière unweit der Pyrenäen. Ähnlichkeiten mit den dort handelnden Personen sind nicht rein zufällig. Das Weingut gehört der Familie Grohe, die sich mit Flüssigem ja durchaus auskennt.

 

Vino_im_Rido_2

 

„Du kannst natürlich in Freiburg guten Wein trinken, aber meistens nur als Beigabe zu gutem Essen, bei uns ist der gute Wein der Hauptakteur, ohne dass wir dogmatisch sein wollen“, sagt Grohe. Es gibt dazu aber auch Kleinigkeiten für die Zähne: Käse- und Räucherplatte zählen dazu, auch handgemachte Suppen, wie Rebel erzählt. 80 Weine hat die Crew im Angebot, bis zu 15 werden offen offeriert. Mit der einen oder anderen Überraschung, die dem Tun der Handelnden geschuldet sind. „Die Deutschen geben seit 2007 mehr Geld für Wein als für Bier aus“, weiß Önologe Könnecke zu berichten. Der Mann liebt den Rebensaft. Und trotzdem will er das Achtele für unter drei Euro anbieten. Und einen Weinstammtisch bauen. Fürs Interieur zeichnet Stefanie Schmidt verantwortlich, für den technischen Teil des rund 150.000 Euro teuren Umbaus in der alten Kölner Botschaft – samt Smokers Lounge – Klaus Schätzle. Rau hält die Fäden in der Hand, Gerüchten zufolge soll es auch eine Freiterrasse geben.

 

Vino_im_Rido_3

 

Warum Freiburg? Nun, das Quartett lebt in der Region, der eine hat mit den anderen schon die Schulbank gedrückt, DJ Rainer Trüby soll auch nicht völlig schuldlos an der neuen Trauben-Allianz sein. „Und Freiburg hat für eine Weinbar natürlich viele interessante Zielgruppen“, sagt Grohe. Mit Vertretern dieser feierte das Rido Ende Februar sein Coming-out inmitten herrlich freigelegter Backsteinwände. Tagsüber will das Rido zudem als Café punkten. Je später der Tag, desto mehr wird es dann seiner eigentlichen Bestimmung zufließen, dem Wein. Und dem kann man in stylisher Atmosphäre ja auch mal frönen.

 

Text: bar / Fotos: Oliver Kern

 

Mehr Infos: www.facebook.com/ridofreiburg