Die Freiburger Volksbank hat die Prüfung einer Sanierung des Hochhauses am Hauptsitz Bismarckallee abgeschlossen – und in die Schublade gelegt. Grundsätzlich möglich, ökologisch und ökonomisch aber nur zweite Wahl, so lautet das Fazit. Volksbank-Vorstand Uwe Barth bestätigt die chilli-Informationen, wonach die Bank sich bei der Planung eines Neubaus jetzt professionelle Hilfe ins Boot geholt hat: Die Strabag Real Estate GmbH mit dem Freiburger Bereichsleiter Martin Lauble hat den Auftrag bekommen, die Projektentwicklung zu machen.

In die Jahre gekommen: Der Volksbankturm am Bahnhof

 

Der Anfang der 70er-Jahre gebaute Volksbank-Turm ist nicht mehr zukunftsfähig. Mitarbeiter berichten dem chilli über zuverlässig heiße und kalte Räume, die Haustechnik ist aber nur ein Thema:  Die Halbwertszeit der Fassade läuft ihrem Ende entgegen, auch neue Brandschutzauflagen erschweren eine Sanierung, die am Ende wohl nur den Rohbau stehen lassen würde. „Nach allem, was wir bisher geprüft haben, konzentrieren wir uns aus ökologischen und ökonomischen Gründen jetzt auf einen Neubau“, sagt Barth.

 

Ob ein solcher realisiert werden kann, hängt im Wesentlichen vom politischen Willen und vom Baurecht ab: Rund 17.000 Quadratmeter Nutzfläche hat das alte Hochhaus mit dem Hotel Rheingold auf dem insgesamt rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück. Mindestens so viel Fläche müsste auch ein Neubau haben, der in den einzelnen Geschossen auch nicht viel schlanker sein dürfte. Erste Gespräche mit Baubürgermeister Martin Haag hat es gegeben, nun sind die Fachbehörden am Zug. Konkrete Signale bezüglich der Baumasse gebe es von dort noch nicht.´ Barth hofft auf einen Beschluss in diesem Jahr, damit im kommenden geplant werden kann. Zum möglichen Investitionsvolumen will sich der Bankchef nicht äußern. Nach chilli-Informationen könnten 17.000 Quadratmeter über mehrstöckigen Tiefgaragen zwischen 35 und 40 Millionen Euro kosten.

 

Die Genossen haben sich derweil schon Flächen im Commerzbank-Turm an der Bismarckallee 18 bis 20 mietvertraglich gesichert, in den die rund 250 Mitarbeiter peu à peu von 2016 an umziehen und dort längstens bis 2022 bleiben könnten. Das Gebäude gehört der britischen Immobiliengesellschaft CLS. Wenn die Bank es komplett nutzt, wird der jährliche Mietzins bei knapp unter 900.000 Euro liegen.

 

Text: Lars Bargmann / Foto: Neithard Schleier