Rund 150 Kunden der Freiburger Volksbank waren neulich gekommen, um zu hören, was der Chefpsychologe der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Hans-Dieter Hermann, über „Erfolg beginnt im Kopf – Was wir von Spitzensportlern lernen können“ zu sagen hat. Anschließend diskutierte Hermann, moderiert von TV-Reporter Tom Bartels, mit Volksbank-Vorstand Volker Spietenborg, SC-Präsident Fritz Keller und Sportdirektor Klemens Hartenbach. Lars Bargmann wollte hernach von Spietenborg wissen, was Spitzensport mit einer Bank zu tun hat.

Banker und Psychologe: Volker Spietenborg mit und Hans-Dieter Hermann ohne Schlips

 

chilli: Wie sportlich sind Sie?
Spietenborg: Ich habe von klein auf vieles ausprobiert: Rudern, Leichtathletik, Geräteturnen, Volleyball, Tennis, später dann Bergsport, Skifahren, Langlauf, Mountainbiken …

chilli: Was aber hat Spitzensport mit dem Bankwesen zu tun?
Spietenborg: Auch in der Bank geht es um Einsatz, Begeisterung, um das Führen einer Mannschaft. Bei uns gibt es ein klares Bekenntnis zur Leistungskultur. Erfolgreiche Trainer kümmern sich intensiv um ihre Spieler, erfolgreiche Bankmanager müssen das auch bei ihren Mitarbeitern machen. Wir praktizieren eine Feedback-Kultur, wie Spieler müssen Mitarbeiter Vertrauen spüren, um leistungsfähig zu sein.

chilli: Beginnt Erfolg im Kopf?
Spietenborg: So ist es. Die innere Einstellung ist entscheidend. Empfinde ich etwa die x-te Abendveranstaltung als Belastung oder Bereicherung? Man kann dankbar und stolz sein, für diese Bank zu arbeiten, so wie ein Spieler das bei einem Verein kann.

chilli: Was haben Sie aus dem Vortrag mitgenommen?
Spietenborg: Hermanns Worte waren eine Bestätigung für das, was wir im Vorstand denken. Leistung auf der einen, Vertrauen und Wertschätzung auf der anderen Seite. Er hat ein gutes Beispiel angeführt: Gute Trainer kritisieren nicht den, der den Fehler gemacht hat, sondern den, der dem anderen nicht geholfen hat, den Fehler zu vermeiden. Mitgenommen habe ich, dass wie beim Leistungssport der Ausgleich zu Arbeit und zu Leistung sehr wichtig ist.

chilli: Bekommen Ihre Mitarbeiter nun mehr Urlaub?
Spietenborg (lacht): Nein. Aber sie müssen auch darauf achten, dass sie ihre Freizeit bewusst gestalten.

chilli: Wie schaffen Sie den Ausgleich?
Spietenborg: Familie, Kreativität und Sport. Bei einem Puls von 170 fließen die Gedanken langsamer. Das ist ein guter Zustand für neue Selbstreflexion.

Foto: Volksbank Freiburg