Auf den ersten Blick haben die Freiburger Lokhalle, das MAN-Areal am Güterbahnhof, ein Wohn- und Geschäftshaus direkt am Lorettobad und ein kleiner Wohnpark in March-Holzhausen wenig gemeinsam – außer, dass es sich um individuelle Bauvorhaben handelt. Auf solche haben sich die Projektentwickler der Planwerk Freiburg GmbH spezialisiert. Als Quereinsteiger gestartet, hat sich die Firma auf dem Markt inzwischen als feste Größe etabliert.

Die historische Lokhalle zählt zu den aktuellen Projekten der Planwerk.

 

Es begann mit einem Jogging an der Dreisam. Lars Bargmann, Journalist und einer der beiden Planwerk-Gründer, wollte danach was trinken. Eine Bar oder ein Café suchte er vergeblich, damals 2001. Also beschloss er, sich selbst um die Umsetzung zu kümmern, als Quereinsteiger ohne Vorwissen in der Baubranche. Frank Böttinger, der zweite Planwerk-Gründer, beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt mit Altbausanierungen. „Als ich in der Zeitung von den Plänen zum Ufercafé las, hielt ich das zunächst für einen Scherz“, sagt Böttinger. Am Ende aber gaben die beiden Männer, die sich vorher nicht kannten, zusammen die Bauanträge ab.

 

2006 wurde das Ufercafé eröffnet. 2008 gründeten sie die Planwerk Freiburg. Die bisher realisierten Bauvorhaben reichen von der Revitalisierung denkmalgeschützter Gebäude bis hin zu Großprojekten wie der Entwicklung des Sütterlin-Geländes in Merzhausen oder des MAN-Areals an der Neunlindenstraße. „Unser wichtigstes und bisher größtes Vorhaben ist aber die Lokhalle“, sagt Böttinger. Das Grundstück am Güterbahnhof ist rund 15.000 Quadratmeter groß, die Nutzfläche beträgt 7500 Qua-dratmeter. Böttinger staunt noch heute über diese Dimensionen: „Da könnte man das Münster reinstellen.“

 

Als die Planwerk-Geschäftsführer das Grundstück im Jahr 2011 kauften, gab es sechs Mieter in dem für den baden-württembergischen Denkmalschutz sehr bedeutsamen Ensemble aus der Zeit der Jahrhundertwende. Heute sind bereits 28 Firmen im „Kultur- und Kreativbahnhof“ heimisch. „Wir haben vom Land 450.000 Euro für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes zugesagt bekommen“, erzählt Böttinger. „Die größte Herausforderung war, es zunächst einmal vor dem Verfall zu retten.“ In der bis Anfang der 90er-Jahre von der Deutschen Bahn genutzten Lokhalle wurde übrigens einst der geschichtsträchtige Orient-Express restauriert.

Aktuell wird am Lorettobad ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut.

 

Eine Nummer kleiner ging es auf dem Sütterlin-Gelände in Merzhausen zu, wo die Planwerk gemeinsam mit der Dürrschnabel Industriebau GmbH auf einer Gewerbefläche rund 50 Wohnungen und 1000 Quadratmeter Gewerbe gebaut hat. Zudem entwickelte die Planwerk ein architektonisch anspruchsvolles Wohn- und Geschäftshaus in der Ortsmitte in Merzhausen. Zu den aktuellen Projekten zählt das Bauvorhaben Lebensart am Lorettobad, ein gehobenes Wohn- und Geschäftshaus direkt an Freiburgs beliebtem Freibad, die Entwicklung des rund 6600 Quadratmeter großen MAN-Areals sowie ein kleiner Wohnpark in March-Holzhausen.

 

Auf dem Freiburger Immobilienmarkt sehen sich die beiden Gründer, die bisher sieben Arbeitsplätze geschaffen haben, inzwischen gut aufgestellt. „Wir verfügen über ein qualifiziertes Netzwerk an Architekten, Ingenieuren, Planern und Handwerkern, mit denen wir erfolgreich zusammenarbeiten“, sagt Böttinger. Aufträge vergebe man ausschließlich an regionale Betriebe. Von standardisierten 08/15-Projekten hält er dagegen wenig: „Wir schätzen den Blick für das Besondere.“

 

Text: Steve Przybilla / Fotos: Aurelis Real Estate, Planwerk