Trendsportarten im Wandel: Vor knapp zehn Jahren noch Nordic Walking, Mountainbiking und Beachvolleyball, heute schon Slacklining, Disc Golf und Co. Noch nie gehört? Kein Problem: chilli-Autor Felix Gieger stellt die neuen Trends des Freizeitsports im Selbsttest vor, zeigt wo man diese Aktivitäten in Feiburg ausüben kann und wie sie (wenigstens theoretisch) funktionieren. Dieses Mal geht er Longboarden.

 

Die Sonne ist zumindest für ein paar Stunden raus gekommen, Zeit genug nach Bouldern den nächsten Trend – dieses Mal unter freiem Himmel – im Bereich des Sports unter die Lupe zu nehmen. Longboarden heißt die Szene-Sportart, die in den Vereinigten Staaten von Surfern entwickelt worden ist und sich mittlerweile auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut.

 

Der Sport

 

„Ein Longboard ist kein anerkanntes Straßenverkehrsmittel, in Freiburg werden Fahrer aber auch auf normalen Straßen geduldet“, erklärt der unter dem Namen Alfred Wangler in der Szene bekannte Mitarbeiter des Shops Layback am Freiburger Güterbahnhof, bei dem man für fünf Euro ein Brett für einen Tag ausleihen kann. Schon beim ersten Ausprobieren des fahrbaren Untersatzes macht sich ein erster Unterschied zum Skateboard bemerkbar : Es rollt schneller und besser. Auch das Anhalten des Gefährts funktioniert anders als gedacht: in voller Fahrt bremst man, indem man den hinteren Fuß über den Boden schliddern lässt – die schicken Schuhe sollten beim Boarden lieber im Schrank bleiben.

 

"Bloß nicht dem Asphalt Guten Tag sagen": chilli-Autor Felix Gieger steht (noch) auf dem Board.

“Bloß nicht dem Asphalt Guten Tag sagen”: chilli-Autor Felix Gieger steht (noch) auf dem Board.

 

Test

 

Nach der Einweisung durch den Experten geht es los. Trotz Skateboarderfahrung als Jugendlicher ist das größere Brett kein einfaches Unterfangen – an die höhere Geschwindigkeit, bedingt durch die größeren Rollen, muss ich mich erstmal gewöhnen. Meine ersten Fahrversuche sind eher von Vorsicht geprägt – bloß nicht gleich dem harten Boden aus nächster Nähe Guten Tag sagen. Mit zunehmend zurückgelegter Strecke, die Straßen rund um den Güterbahnhof sind wenig von Autos befahren und daher zum Üben ideal, gewinne ich Sicherheit auf dem Board und werde schneller. Doch kaum fühle ich mich etwas sicherer kommt schon der erste Dämpfer: eine scharfe Linkskurve. Ich lege mich voll rein und drücke das Holzbrett so weit wie möglich nach unten – doch es hilft nichts, ich muss anhalten. Doch was vorher aus dem Mund des Könners so locker und einfach geklungen hat wird im Eifer des Gefechts zu einer großen Herausforderung, – statt den Fuß über den Boden schleifen zu lassen springe ich ab und renne dem Gefährt hinterher – Bremsen will gelernt sein.

 

Auf dem Heimweg die nächste Erkenntnis: wo es runter geht, geht es (fast immer) auch wieder hoch – und bergauf fahren ist mit einem Longboard schweißtreibender als man denkt. Ich entscheide mich für eine kraftsparendere Fortbewegungsvariante – die Straßenbahn. Um dann aber doch noch ein bisschen in Schwung zu kommen, rolle ich langsam zum frisch geteerten Fahrradweg neben der Dreisam. An diesem angekommen geht’s weiter. Ich will zwischen all den Fahrradfahrern nicht als Trödler auffallen und gebe Vollgas. Und siehe da: Ich kann mit jedem Feierabendradler mithalten, nur die Rennfahrer auf ihren Hightech-Drahteseln muss ich ziehen lassen. Zu Hause angekommen merke ich aber vor allem eines: meine Oberschenkel brennen und sind dankbar für eine Pause im Sitzen. Longboarden ist doch anstrengender als es von außen aussieht.

 

Fazit

 

Mit dem Longboard durch die Straßen fahren macht vor allem eines: großen Spaß. Aber auch aus praktischer Sicht sind die Bretter für den Stadtverkehr geeignet – ob der morgendliche Gang (oder eben die Fahrt) zum Bäcker oder der Weg zur Arbeit – die vier Rollen können einen fast überall hin bringen. Und wenn das Wetter wie so oft in den letzten Wochen plötzlich nicht mehr mitspielt, kann man immer noch auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, ohne sein Brett zurück lassen zu müssen. Wenn man also nicht grade in einem tiefen Tal wohnt, eignet sich das Surfbrett für die Straße zur Fortbewegung – und natürlich sieht man auf einem Longboard lässiger aus als in einem umweltverschmutzendem Auto.

 

 

Wo?                        Auf fast jeder Straße, am besten und sichersten aber auf Radwegen

Kosten?            Leider nicht ganz billig: gute Bretter gibt’s ab 200€ aufwärts

Aber: unverbindlich für fünf Euro 24 Stunden ausleihen und testen bei Layback Freiburg

Mehr Infos?            http://www.layback-freiburg.de/