Lust auf Cocktails, aber keine Bar in der Nähe? Kein Problem: In Freiburg gibt es seit dem 1. Juni ein Cocktailtaxi. Besser gesagt zwei. Robert Mrozek (32) und Björn Rieger (33) cruisen mit ihren gelben Autos durch Freiburg, im Kofferraum jede Menge Flaschen, Gläser und Strohhalme. Auf Bestellung kommen sie in die Innenstadt, an den Baggersee oder ins eigene Wohnzimmer und mixen was das Zeug hält.

 

Die Preise sind mit normalen Cocktailbars vergleichbar: einen halben Liter Alkoholisches gibt es für 6,90 Euro. Die Anfahrtsgebühr kostet einmalig zwei Euro, ab zwei Cocktails wird geliefert.

 

„Wir sind eine Spaßfabrik: In erster Linie wollen wir Spaß verkaufen – na ja, und Cocktails. Seit einer Woche sind wir am Start und regelrecht überrollt worden. Bereits am zweiten Abend haben wir 300 Cocktails verkauft. Dabei setzen wir ganz auf Guerilla Marketing: Wir gehen dorthin, wo viele Menschen sind. Auch in der Innenstadt werden wir ab und an mal stehen, doch sobald eine Bestellung rein kommt, sind wir wieder weg.

 

In Wuppertal gibt es das Cocktailtaxi bereits seit vier Jahren. Ein Freund von mir wollte eine Cocktailbar aufmachen, doch ihm fehlte das Kleingeld. Eines Nachts hatte er die Idee mit dem Cocktailtaxi. Mit Mamas Kredit von 6.000 Euro habt er zwei Autos gekauft und die Getränke in einer Holzbox im Kofferraum transportiert. Nach zwei Monaten kamen schon die nächsten beiden Autos dazu. Mittlerweile sind es 18 Autos in Wuppertal, Remscheid, Essen und Düsseldorf. Letztes Jahr gab es dafür sogar den Wuppertaler Wirtschaftspreis.

 

 

Für's chilli liefern Mrozek und Rieger auch an die Lokhalle. Bild: tln

Für’s chilli liefern Mrozek und Rieger auch an die Lokhalle. Bild: tln

 

Als ich dann im März nach Freiburg gezogen bin, kam mir die Idee, das auch hier zu etablieren. Björn und ich machen das hauptberuflich und der Erfolg gibt uns recht: In den nächsten beiden Monaten wollen wir noch zwei weitere Autos kaufen, um noch schneller und flexibler zu sein. Ganz billig ist das nicht, allein der Umbau und die Folien kosten uns 3.000 Euro pro Wagen.

 

Außerdem sind wir am Überlegen, ob wir uns zwei sportliche Kerle suchen, die mit den Cocktails die Dreisam hoch und runter radeln. Ich würde mich auch gerne mal mit dem Typ vom Dönercopter treffen, vielleicht gibt es da noch Möglichkeiten – wir haben viele Ideen, ein bisschen Wahnsinn ist da schon dabei. Da wir ein Franchiseunternehmen sind, sind uns gewisse Grenzen gesetzt, doch durch meinen Freundschaftsbonus sind wir an der langen Leine. Für Freiburg werde ich die Karte beispielsweise etwas ginlastiger machen – die Leute hier haben einfach Lust auf Gin. Und vielleicht fahren wir auch die vegane Schiene und experimentieren mal mit Kokosmilch.

 

Innerhalb Freiburgs liefern wir überall hin, ab einer gewissen Menge gerne auch in die Randkommunen wie Gundelfingen oder Umkirch. Das große Ziel ist es dann zu expandieren: Schließlich wäre es den anderen Städten gegenüber unfair, wenn die kein Cocktailtaxi bekommen würden.“

 

Infos: www.mycocktailtaxi.de