…Euro Miete pro Quadratmeter zahlt der Freiburger im Durchschnitt für seine Wohnung. Das ist das Ergebnis des Mietspiegels 2013. Im Vergleich zum Mietspiegel 2011 sind die Mieten um 3,3 Prozent gestiegen, denn obwohl die Mietpreise für kleine und mittlere Wohnungen nahezu unverändert geblieben sind, haben sich die Mieten bei Wohnungen über 80 Quadratmetern teilweise über 10 Prozent erhöht.

 

Wer wissen möchte, wie die gemietete Wohnung im Vergleich dasteht, kann dies dank dem Mietspiegel selbst ausrechnen. Leider ist die Rechnung jedoch nicht ganz so einfach: Je nach Lage und Ausstattung gibt es nämlich Zu- oder Abschläge auf die Basismiete.

 

Ausstattung:

 

Wohnungen mit schicker Küche sind durchschnittlich 11 Prozent teurer. Eine Maisonette-, Galerie-, Penthouse- oder Attikawohnung kann 9 Prozent mehr kosten, Einbauschränke außerhalb der Küche schlagen mit 5 Prozent mehr zu Buche und ein gut nutzbarer Balkon rechtfertigt eine 4 Prozent höhere Miete.

 

Das funktioniert natürlich auch in die andere Richtung. Mit 8 Prozent den höchsten Abschlag gibt es für Rohre oder Kabel, die sichtbar über dem Putz verlegt wurden oder Einzelöfen statt Zentralheizung. Ein fehlender Keller oder Speicher drückt die Miete um 6 Prozent und eine fehlende Gegensprechanlage um 5 Prozent.

 

Lage:

 

Teuerste Lage ist – oh Wunder! – nicht die Altstadt, sondern mit einem Zuschlag von 10 Prozent Neuburg (Schlossberg, Institutsviertel), Oberau (rechts und links der Kartäuserstraße von der Altstadt bis zu den Sportplätzen), Rieselfeld und Vauban. Für eine Lage in der Altstadt gibt es lediglich einen Zuschlag von 5 Prozent, ebenso wie für Betzenhausen, Ebnet, Günterstal, Herdern, Kappel, Lehen, Littenweiler und Waldsee. St. Georgen und Wiehre haben weder Zu- noch Abschläge.

 

Nicht Freiburgs teuerste Lage. Foto: Winfried Rothermel/dapd

 

Wer eine günstige Wohnung sucht, sollte sich in folgenden Stadtteilen umschauen: In Brühl, Haslach, Hochdorf, Landwasser, Stühlinger und Zähringen sind die Mieten drei Prozent günstiger. In Mooswald, Mundenhof (tatsächlich, da kann man auch wohnen), in Weingarten und den Tuniberggemeinden (Waltershofen, St. Nikolaus, Opfingen, Tiengen, Munzingen) sind die Wohnungen mit einem Abschlag von 13 Prozent wahre Schnäppchen.

 

Egal, in welchem Stadtteil: Eine unverbaute Fernsicht oder der direkte Blick auf historische Bauten lassen die Miete um 6 Prozent in die Höhe schießen, für nahe Freizeiteinrichtungen kann der Vermieter drei Prozent aufschlagen, ebenso für eine ruhige Lage.

 

Alter:

 

Nö, nicht das Alter des Mieters, sondern des Gebäudes. Liegt die Wohnung in einem Haus von vor 1986 gibt es keinen Zuschlag zur Basismiete. Bei Baujahr 1986 bis 1994 gibt es einen 5-prozentigen Zuschlag, bis 2002 sind es schon 14 Prozent und bei Häusern ab 2003 15 Prozent.

 

Zusammenfassung:

 

Wer richtig protzen möchte, mietet eine schicke Penthousewohnung auf dem Schlossberg mit Blick aufs Münster, ausgestattet mit hochwertiger Kücheninsel, großem Balkon und jeder Menge Einbauschränke.

 

Wer hingegen aufs Geld schauen muss, kann bei einer schnuckeligen Wohnung an der vielbefahrenen Hauptstraße in Tiengen richtig sparen, in der sich nur sehr schlanke Menschen bewegen können, da die Abwasserrohre von 1950 mitten durchs Zimmer verlaufen, sich der Tand bis zur Decke stapelt, da es weder Einbauschränke noch einen Keller gibt und der restliche Platz von rußenden Kohleöfen in Beschlag genommen wird.