…ist nicht für alle Menschen automatisch Neujahr. Je nach Zeitrechnung findet für Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen der erste Tag des Jahres nämlich nicht zum gleichen Datum statt. Theologe Stefan Wahle erklärt, warum das so ist und wann Neujahr nach dem julianischen, gregorianischen, islamischen und jüdischen Kalender gefeiert wird.

 

Der julianische und gregorianische Kalender

 

Als Vorgänger des gregorianischen Kalenders gilt das julianische Zeitrechnungssystem, das – wie der Name schon sagt – von Gaius Julius Caesar eingeführt wurde. Es orientiert sich ausschließlich am Lauf der Sonne. Und da die Sonne nun mal 365 Tage und sechs Stunden braucht, um die Erde zu umkreisen, ist unser Jahr 365 Tage lang plus einen zusätzlichen Tag alle vier Jahre im Februar. In den julianischen Kalender hatte sich jedoch ein kleiner, 0,0078 Tage langer Fehler geschlichen, so dass die Berechnung im Jahr 1582 von Papst Gregor XIII. korrigiert werden musste. Und da die Männer der Geschichte (ebenso wie die heutigen) schon immer gerne ihre Erfindungen nach sich benannt haben, wurde der julianische in den gregorianischen Kalender umbenannt.

 

Der islamische Kalender

 

Nicht die Sonne, sondern der Mond steht beim islamischen Kalender im Vordergrund. Ein neuer Monat beginnt, sobald die Mondsichel nach Neumond am Himmel erscheint und so ist das Mondjahr mit 354 Tagen und acht Stunden deutlich kürzer als das europäische Sonnenjahr. Am europäischen Jahr gemessen, wandern die islamischen Feiertage daher durchs ganze Jahr und sind nicht an Jahreszeiten gebunden. Das islamische Neujahrsfest fällt in diesem Jahr auf den 4. November, 15 Jahre später wird es Ende Mai gefeiert werden.

 

Der jüdische Kalender

 

Der dritte in der westlichen Welt gebräuchliche Kalender ist der jüdische, der sich sowohl nach dem Mond- als auch dem Sonnenlauf richtet. Die Zeitrechung beginnt hier mit der Erschaffung der Welt im Jahr 3761 vor Christus, so dass jetzt bereits das Jahr 5773 ist.  Um den Unterschied zwischen dem Mond- und Sonnenjahr auszugleichen, gibt es in 19 Jahren sieben Mal den Schaltmonat Weadar, eine Methode, die auf den griechischen Mathematiker Meton zurückgeht, der – bitte auf die Namensgebung achten – den Metonischen Zyklus erfunden hat. Das Neujahrsfest wird hier im Herbst gefeiert, am ersten Tag des Monats Tischri, in diesem Jahr ist das der 4. September.