Sie wollen zeigen wie es aussehen kann, wenn sich Studenten ihren so dringend benötigten Wohnraum einfach nehmen: Das Bündnis der „Freiburger Studis gegen hohe Mieten“ hat im Rahmen einer bundesweiten „Aktionswoche gegen Wohnungsnot“ Stellung bezogen und zwar vor dem KG III der Universität. Dort sind sie mit Zelt, Isomatte und Protestplakaten angerückt, um auf die prekäre Situation auf dem Freiburger Wohnungsmarkt aufmerksam zu machen und Änderungen zu erwirken. Gestern waren zwischen10 und 18 Uhr waren etwa zwölf Studierende schichtweise anwesend, verteilten Flyer und sprachen mit anderen Studenten und auch mit dem chilli:

 

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Daniel, PH-Student, 5. Semester (Englisch, Geschichte und Theologie), ist Mitinitiator des Aktionstages:

 

„Von der Aktion erhoffen wir uns, hochschulübergreifend auf das Bündnis, das Thema Wohnungsnot und die krassen Mieten aufmerksam zu machen. Die Resonanz ist eigentlich ziemlich gut, wir hören von vielen Leuten, dass die Situation prekär ist.

Ich selbst habe insgesamt vier Monate in Zwischenmieten gewohnt, bevor ich dann durch Glück eine WG gründen konnte. Aber es ist nicht so, dass ich dafür wenig bezahle, meine Miete liegt bei 350 Euro warm. Was wir also sehen ist, dass ein Drittel des Einkommens der Studenten für die Miete draufgeht und das ist bei den BAföG-Sätzen einfach nicht hinnehmbar. Ich brauche einen Studienkredit, um meine Miete zu finanzieren und sitze dann nach dem Studium auf einem Schuldenberg.

Das geplante Wohnheim am alten Güterbahnhof ist zwar ein Anfang, um die Situation zu verbessern, aber in diese Richtung muss verstärkt etwas unternommen werden. 360 Plätze werden einfach nicht ausreichen.“

 

 

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Mathias, 3. Semester (Informatik), sieht das ähnlich:

 

„Ich hoffe, dass durch die Aktion viele Leute auf die Thematik aufmerksam werden und an unser nächstes Treffen kommen, damit wir dann eine Aktion organisieren können, die auch öffentlichkeitswirksam ist. Wir wollen mittel- bis langfristig Einfluss auf die Stadtpolitik nehmen können.

Bei der Wohnungssuche hatte ich großes Glück, ich habe direkt einen Wohnheimplatz bekommen. Aber ich habe Kontakt zur Notunterkunft in der StuSie, dort haben sich zeitweise 70 Leute drei Zimmer und eine Küche geteilt.

Deshalb glaube ich, dass das neue Wohnheim auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Es braucht einfach viel mehr Plätze und eine Mietbremse, damit sich auch mehr WGs in der Stadt gründen können.”

 

 

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Lukas, 1. Semester (Geographie) weiß aus erster Hand wie es aktuell auf dem Freiburger Wohnungsmarkt aussieht:

 

„Wir brauchen mehr sozialverträglichen Wohnraum. Ich hatte Glück bei der Wohnungssuche, ich habe bis Februar was zur Zwischenmiete. Das habe ich über eine Freundin bekommen, bei der gerade ein Mitbewohner für ein Auslandssemester ausgezogen war. Da ich aber im Februar wieder raus muss, bin ich auch wieder auf der Suche. Ich hoffe, dass ich über Kontakte irgendwo reinkomme, denn ich habe eigentlich keine Lust mehr auf WG-Castings oder Hausbegehungen mit 50 Leuten.

Was die Miete angeht: Ich habe eine Kommilitonin, bei der die Miete eigentlich bei 380 Euro lag – was schon viel war für die Wohnung – und als sie dann eingezogen ist, hat der Vermieter einfach noch mal 100 Euro draufgeschlagen, also 480 Euro. Ich finde der Mietpreis sollte aber auf jeden Fall unter 300 Euro liegen, je nach Größe des Zimmers. Zwölf Quadratmeter sollten zum Beispiel nicht mehr kosten als 250 Euro.“

 

 

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Das nächste Treffen des Bündnisses „Freiburger Studis gegen hohe Mieten“ findet am Dienstag, 12. November, 20 Uhr in der Belfortstraße 24 statt, dort soll über weitere Aktionen beraten werden.