Knapp 6000 Verkehrsunfälle, davon 609 Radunfälle – das sind die traurigen Zahlen aus Freiburgs Verkehrsstatistik 2012. Die Kampagne „Rücksicht-im-Straßenverkehr“ will daran etwas ändern – Freiburg ist zusammen mit Berlin eine der Pilotstädte, in denen die Kampagne bereits seit über einem Jahr läuft. chilli-Volontärin Tanja Bruckert hat sich mit Georg Herffs, Verkehrsplaner im Garten- und Tiefbauamt, über Rücksicht im Straßenverkehr unterhalten.

Radfahrerin
chilli: Ist Rücksichtnahme in Fahrradstädten wie Freiburg besonders wichtig?
Herffs: Durch die vielen Radfahrer ist Freiburg die Kommune mit den meisten Verletzten bei Verkehrsunfällen in Baden-Württemberg. Ein Radfahrer hat schließlich keine Knautschzone.

chilli: Kann man einen Erfolg der Kampagne an den Unfallzahlen ablesen?
Herffs: Nein, da spielen viele andere Faktoren wie etwa das Wetter mit rein – bei einem verregneten Frühjahr gehen automatisch die Radunfälle zurück. Unser Ziel ist es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und ihr Risikobewusstsein zu schärfen.

chilli: Wo gibt es in Freiburg Gefahrenzonen?
Herffs: Etwa in der Salzstraße. Oft fühlen sich Radfahrer von der Bahn bedrängt und kollidieren dann mit Fußgängern oder fahren gegen den Randstein. Was viele nicht wissen: Der Radfahrer darf vor der Bahn herfahren, die sich dann seiner Geschwindigkeit anpassen muss.

Infos:
www.freiburg-nimmt-rücksicht.de

Foto: clipdealer.de