Die Flexiquote

Deutschlands berühmteste Praktikantin im Familienministerium, Kristina Schröder, ist aus der Babypause zurück. Und macht prompt Blödsinn. Sie will keine Frauenquote, sondern eine Flexiquote. Flexi – so nennen andere Leute ihren Hund. Krissi-Baby meint damit: Unternehmen sollen echt selber bestimmen können, wie hoch die Frauenquote sein soll – und sich dann aber auch dran halten. Wenn ein Konzern nur eine Frau in den Vorstand beruft, muss er das auch einhalten. Ist es dann weniger als eine, also etwa nur ne halbe Frau, winken drakonische Strafen: 25.000 Euro.

Da zucken die DAX-30-Konzerne natürlich zusammen. Schröder selbst ist das beste Argument gegen jede Frauenquote. Sie wurde 2009 Ministerin, weil der frühere Verteidigungsminister Jung, der dann Arbeitsminister war, über die Kunduz-Affäre gestürzt war. So rückte Ursula von der Leyen vom Familien- ins Arbeitsministerium. Familie war frei, es musste also eine Frau aus Hessen her – nicht wegen der Kompetenz, sondern wegen des Landesverbands. Franz-Josef Jung war zwar nicht jung, kam aber aus Hessen, man brauchte jetzt jemand, der nicht jung hieß, aber jung ist oder wenigstens so aussieht. Roland Koch war raus. Eine weitere Kandidatin sagte ab, also fragte man die ungelernte Familienpolitikerin Schröder. Und diese Proporz-Vetternwirtschafts-Wahl hat eine Frau als Chefin eingefädelt. Das hätte kein Mann besser machen können.

Und seitdem ist Zickenkrieg zwischen von der Leyen und Schröder. Die kleine Uschi hat alle wichtigen Beamten mitgenommen und plant eine Veranstaltung „Frauen in Führungspositionen“ genau in dem Moment, in dem Kristina ihr Kind kriegt. Schröder sagt, was sie im letzten halben Jahr vorgeschlagen hat, sei mehr, als in den letzten Jahren passiert ist. Von der Leyen sagt, in diesem Schneckentempo könne man nicht weitermachen. Das ist genau die Stutenbissigkeit, mit der Frauen sich zuverlässig sehr sehr erfolgreich – gegenseitig verhindert haben. Die Alte gönnt der Jungen nix, die Junge ist zu jung, um wirklich auf den Tisch zu hauen und macht, was alle machen, wenn´s beruflich eng wird, sie kriegt erst mal ein Kind. Kleinkarierter Sandkasten – Zickenkrieg der übelsten Sorte. Ein Blick ins TV-Progrmam zeigt, dass es ganz egal ist, ob Frau oder Mann. Markus Lanz etwa kocht und plappert gleichzeitig. Geht es denn noch weiblicher?

Wenn Beckmann mal Familienminister wird und Lanz für ihn in der Bundestagskantine kocht, dann brauchen wir wirklich keine Frauenquote mehr.

Florian Schroeder, Kabarettist, studierte in Freiburg, lebt
in Berlin und vergibt die chilli-Schote am goldenen Band.