Die Woche der Wahrheit hat für Real Madrid nicht wirklich gut begonnen. Vier Tage vor „El Clásico“ gegen den FC Barcelona waren die Bayern einmal mehr „La bestia negra“ und eben kein handzahmer Stubentiger für die Königlichen. Beim 2:1 in der Allianz-Arena wurden aber auch alle Register gezogen: Ein Abseitstor brachte die Bayern in Front – Futter für den Verschwörungstheoretiker José Mourinho –, den Rest erledigte das Schuhwerk. Denn kurz vor Anpfiff des Champions-League-Halbfinales hat ein listiger Lederhosenträger gleich sechs Paar Kickschuhe aus der Gästekabine gemopst. Drei davon gehörten dem Superstar Ronaldo, der daraufhin kein weißes Ballett mehr tanzen konnte, sondern meist auf dem nassen Rasen lag. Den einzigen lichten Moment hatte der Portugiese bei der Vorbereitung des Ausgleichs durch Özil.

 

Auch sein Landsmann Fabio Coentrao hatte in der 89. Minute wohl den falschen Schuh an – er ließ sich vom kleinen Lahm wie ein Schulbub vernaschen und ermöglichte dadurch das 2:1 durch Gómez. Es war die erste Pleite im laufenden Wettbewerb, es schreit nach Rache. Wir warten gespannt darauf, was die Bayern am Mittwoch in ihrer Kabine für unliebsame Überraschungen erleben. Reißnägel in den Stiefeln? Kalte Duschen? Lautstarke Flamenco-Musik nachts vor dem Hotelzimmer? Eine vergiftete Leberkäs-Paella?

 

Am Samstag muss Real erst einmal zum nächsten Angstgegner nach Barcelona, die Liga könnte noch einmal spannend werden. Zumal Messi gegen Madrid selbst barfuss glänzen würde, Ronaldo hingegen fast immer die Flatter kriegt – trotz teurer Schuhe. Im schlimmsten Fall bleibt den Königlichen nicht einmal die eher bedeutungslose Copa del Rey, da sind sie nämlich schon gegen Barça rausgeflogen. Aber auch die Bayern sind zum Siegen verdammt. Mit einem DFB-Pokal als Trostpreis ist man an der Isar nicht zufrieden. Und ob sich Dortmund vor dem Finale in Berlin so leicht beklauen lässt, sei ebenso dahingestellt.

 

Dominik Bloedner