Die sensationslüsternen und nie um ein Gerücht verlegenen Gazetten Marca und AS halten sich bislang zurück. Spektakuläres wird wohl nicht zu erwarten sein von der alljährlichen Wechselbörse im Winter. Liegt es an der Wirtschaftskrise in Spanien? An den enormen Schulden, die auch die großen Clubs wie der FC Barcelona und Real Madrid mit sich herum schleppen? Oder daran, dass diese beiden ohnehin schon den weltbesten beziehungsweise zweitweltbesten Kader haben? Auch die Vereine, die im langweiligen Mittelfeld oder schon am Abgrund stehen, melden noch keinerlei Personalrochaden.

Und schon wieder zeigt sich: Die Bundesliga ist nicht nur beim Titelrennen, sondern auch bei den Wechselspielchen wesentlich spannender als die Primera División. Im beschaulichen Freiburg etwa wird erst ein Drittel der Mannschaft gefeuert, eine Woche später dann der Trainer. Und in Wolfsburg darf Felix Magath das machen, was er so besessen macht wie eine gelangweilte Millionärsgattin: Kaufen! Er die Spieler, sie die Schuhe. Ganz viele, ganz teuer, ganz ohne Sinn. Während ihre High Heels alsbald im Schrank verstauben, versauert Magaths neues Personal dann auf Ersatzbank oder der Tribüne.

 

Immerhin tut sich was auf den Trainerbänken in Spanien. Manolo Jiménez hat unlängst Javier Aguirre bei Zaragoza abgelöst, es war bereits der fünfte Rausschmiss der Saison. Auch bei Real Madrid wurde um Weihnachten die Trainerfrage gestellt. „Mourinho ist nun ein Trainer mit einem befristeten Haltbarkeitsdatum“, schrieb AS. Hintergrund war die Äußerung von „Mou“, er habe Heimweh nach England und wolle dort seine Karriere fortsetzen – irgendwann. Marca hatte sogleich den Nachfolger: Bundestrainer Jogi Löw. Er sei ab Sommer 2014 zu haben und derjenige, der den Real-Oberen am meisten gefalle. Mittlerweile haben alle zurück gerudert. Schade eigentlich. Aber vielleicht ist ja Magath bereit für Madrid. Um mit dem steinreichen Präsi Florentino Pérez auf Shopping-Tour zu gehen.

 

Dominik Bloedner