Licht am Horizont, die Liga droht nun doch nicht auf einen langweiligen Zweikampf der beiden Großen oder gar einen Alleingang hinauszulaufen. Der 254. Clásico am Sonntag kannte keinen Sieger: 2:2. Barça ist nicht auf und davon, bei Real Madrid die königliche Krise nicht ausgebrochen. Wie immer war es auch ein Duell von Messi und Ronaldo. Beide Superstars erzielten die Treffer ihrer Teams, bei stehen an der Spitze der Torjägerliste, beide machen die Meisterschaft wohl unter sich aus. Oder?!

 

Nein, da ist nämlich noch einer mit im Boot. Einer, der einen noch besseren Torriecher als weiland Gerd Müller und ebenfalls geniale Zuarbeiter im Team hat. Einer, der keine Gnade kennt vor dem Tor: Radamel Falcao von Atlético Madrid. Der 26-jährige Kolumbianer kam über River Plate und den FC Porto zur Saison 2011/2012 für 40 Millionen Euro ins Calderón-Stadion. In seiner ersten Saison schoss der nur 1,77 Meter große Knipser 24 Tore in der Liga und gewann Europa League und den europäischen Super-Cup – mit drei Toren schoss er dort den FC Chelsea fast im Alleingang ab.

Atlético liegt gleichauf mit dem FC Barcelona, es sieht so aus, als könnten die „Colchoneros“ an ihre Glanzzeiten anknüpfen. Für alle, die es noch nicht wissen: Das bedeutet übersetzt „Matratzenmacher“, der Spitzname entstand, weil die damals meistverkaufte Matratze Spaniens rot-weiß gestreift war und so die Vereinsfarben abbildete. Doch der Club bietet derzeit alles andere als Fußball zum Einschlafen. Auch der anständige Fußballfan kann wieder ihm sympathisieren, nachdem der durch und durch verkommene und 2004 verstorbene Präsident Jesús Gil y Gil (ehemals Bürgermeister von Marbella) nicht mehr am Ruder ist. Vielleicht schafft Atlético ja den zehnten Meistertitel. Oder Málaga, derzeit Tabellendritter, seinen ersten. In jedem Fall: Die Liga ist wieder spannend.