Zehn Punkte vorne die Liga ist wohl entschieden zugunsten der Mou-Maschine aus Madrid. Der Zweite Barcelona hat den Dritten Valencia abgewatscht, danach kommt lange nichts. Selbst der „Kicker“ hat fast schon verzweifelt geschrieben: „Spannung in Spanien: Wer wird Vierter?“  Spannung verspricht hier zu Lande nur noch der Königspokal. Ob jetzt der FC Barcelona im Finale im Mai seinen 26. Titel holt oder Gegner Athletic Bilbao mit seinem dann 25. Titel mit den Katalanen gleichzieht, das interessiert nur am Rande. Wichtiger ist die Frage: In welchem Stadion steigt die Party? Denn anders als etwa im benachbarten Portugal, wo schon immer das Pokalfinale im ansonsten verwaisten Estádio Nacional do Jamor ausgetragen wird, gibt es in Spanien immer einen anderen Austragungsort.

In diesem Jahr war nun das Bernabéu-Stadion von Madrid vorgesehen. Doch die Königlichen, die von Barça aus dem Wettbewerb gekickt wurden, wollen nun nicht mehr. Feiernde Katalanen auf ihrem heiligen Rasen? Das ist ja wie der Nebenbuhler, der sich im eigenen Bett vergnügt. Bauarbeiten werden nun vorgeschoben, der Fußballverband soll sich eine andere grüne Wiese suchen. Bislang erfolglos. Selbst ein Angebot aus Paris von den Betreibern des Stade de France wurde abgelehnt – das Banlieue von Saint-Denis wollte man König Juan Carlos dann doch nicht zumuten.

Eine ähnliche Situation gab es 2004. Real Madrid stand im Finale gegen Zaragoza und wollte eigentlich im Camp Nou von Barcelona triumphieren.  Doch das Finale wurde kurzerhand auf den Hügel ins Estadi Olímpic Lluís Companys verlegt – wo Madrid dann 2:3 verlor. Das schreit nach Rache!

Da haben wir es in Deutschland besser. Seit 1985 wird das DFB-Pokalfinale im Berliner Olympia-Stadion ausgetragen. Eins ist sicher: Die heimische Hertha wird auf absehbare Zeit dort nie ein Heimspiel haben. Dass die Berliner Amateure 1993 beinahe doch für eine Sensation gesorgt haben, ist wiederum eine typische Pokalgeschichte.

 

Dominik Bloedner