Eigentlich tut man das nicht – obwohl es selbst Kaiser Franz anno 1959 getan hat: Von einem Rivalen zum anderen. Bei Beckenbauer war es der Wechsel vom Obergiesinger Verein SC München 1906 zu den Bayern. Zu den Löwen ging der inzwischen 67-Jährige bekanntlich nicht, weil er in einem Jugendspiel von einem „Blauen“ eine rote Backe gehauen bekam.  Auch sollte man nicht vom FC Arsenal zu Manchester United wechseln. Seit es den Fußball gibt, hat dies in seinem Mutterland auch noch niemand getan – bis der für seinen schlechten Charakter bekannte und seine Tore gefürchtete Söldner Robin van Persie zu Saisonbeginn dies tat. Die Empörung über den 30-Millionen Euro-Transfer war groß.

 

Seit gemunkelt wird, Bremens Manager Klaus Allofs würde bald grün gegen grün tauschen und beim – vermeintlichen – Rivalen Wolfsburg anheuern, tobt mal wieder eine Debatte um Treue und Verrat im Fußball. Dabei sind diese Debatten schon lange nur noch Reflexe von Romantikern. Der Star, der heute nach dem Tor noch inbrünstig das Vereinswappen küsst, ist morgen ganz woanders. So weit, so schlecht, so scheinheilig die Treueschwüre.

 

Doch manche Wechsel wie der von van Persie gehen eben gar nicht. Von Gladbach zu den Bayern, wie es einst der Effe und der Lodda machten? Zwischen Dortmund und Schalke hin und her wie Lehmann, Heulsuse Möller, Stan Libuda oder Metzelder? Nein, diese Spieler haben sich nicht wirklich Freunde auf den Rängen und auf dem Platz gemacht. Genauso wenig wie Luis Figo, als er von Barcelona zu Madrid wechselte und beim nächsten Gastspiel in Camp Nou mit einem Spanferkelkopf, Feuerzeugen und Whiskyflaschen beworfen wurde – Sachen, mit denen ein anständiger Fan eigentlich auch so einen anständigen Abend verbringen könnte. Am schlimmsten in Spanien trieb es aber Bernd Schuster: Barcelona, Real Madrid und dann noch Atlético. Puuh. Schuld hat seine Frau Gaby, die härteste Spielerberaterin der Fußballgeschichte. Treue kam in ihrem Wortschatz nun einmal nicht vor.