Sommerloch an der Sonnenküste – der Málaga CF ist in Venezuela auf Tour. In der Heimat brennt der Baum. Keine Gehälter, keine Verpflichtungen, keine Fortsetzung des Märchens aus 1001er Nacht. Das schreiben die Madrider Blätter Marca und AS. Die sind, vor allem wenn es draußen gnadenlos heiß ist und sonst nicht viel passiert, nie um eine aufgeblasene Sensation verlegen. Auch stehen sie eher Atlético nahe – dem Verein, dem Málaga die Champions-League-Qualifikation gemopst hat.

Dennoch: Es gibt Unregelmäßigkeiten in und um La Rosaleda, die Rede ist von einem Liquiditätsengpass. Und den ersehnten Wunderstürmer (Dzeko? Adebayor? Huntelaar?) hat man noch nicht gesehen. Der Scheich Al Thani, der schon rund 200 Millionen Euro in den Club gepumpt hat und wohl auch weiterhin seine Schatulle öffnen wird, hat wohl gemerkt, dass man sich mit Profifußball in Spanien zwar schmücken, aber auf keinen Fall Geld verdienen kann. Die Primera División ist eine Klassengesellschaft, bei der selbst Scheichs auf der Verliererseite stehen. Die Fernsehgelder gehen zu gefühlten 95 Prozent an den FC Barcelona und Real Madrid, auch mit dem Merchandising machen die beiden Großen als Einzige wirklich Geld. Und wer bitte soll auf den Trikots werben in einem Land, das nur auf Pump lebt?!

Die spanischen Clubs stehen ohnehin schon knietief im Dispo, die meisten zahlen ja nicht einmal Steuern und Sozialabgaben. Die UEFA-Anforderungen des Financial Fairplay, wonach der Hauptteil der Einnahmen aus dem eigentlichen Geschäft generiert werden und eben nicht mehr nur von außen kommen sollen, werden die Vereine nicht erfüllen können. Auch der FC Barcelona, der einen Rekordgewinn von 48,8 Millionen Euro meldet, ist immer noch mit knapp 300 Millionen verschuldet. Aber sie machen es klüger als der Málaga C.F.. Statt zu einer beschwerlichen Reise nach Südamerika sind die Katalanen zum HSV nach Hamburg gereist – und sollen für ein bisschen Kicken eine Million Euro bekommen haben.

Dominik Bloedner