Wir haben lange geschwiegen, zu lange vermutlich. Die Geschmackspolizei verkündet nun hiermit offiziell: Helene Fischer ist böse! Nicht, weil sie so aussieht, wie sie aussieht. Nein, wo her denn, dann eher schon, weil sie sich so anzieht, wie sie sich anzieht bzw. nicht anzieht. Auch nicht wegen ihres Freundes, dem Silbereisen Flori, obwohl der selbstredend auch strafrechtlich relevant ist, nein, es ist wegen aufgrund von, ja, genau A-T-E-M-L-O-S!

GeschmaPo

 

Weitere Textproben erübrigen sich, ich höre förmlich die Leserschaft Zeile für Zeile lauthals weitersingen, immer weiter, lauter, noch lauter, fast wie von einem inneren Zwang und schlimmen Zauber getrieben.

Es raubt einem fast den letzten A.T.E.M., ein bestialischer, audio-agressiver Mundgeruch hat sich über dieses Schland gelegt, und wenn man glaubt, die Spitze dieser unterirdischen Deklamation supradebilen Schlagerterrors wäre erreicht, dann kommt es noch knüppeldicker: Selbst vor der Siegesfeier unserer WM-Helden in Berlin machte dieses Subjekt nicht Halt, der Gaucho-Song und -Tanz wirkte dagegen wie gelebte Völkerverständigung.

Der Dozent einer Stuttgarter Hochschule ließ vor einiger Zeit verlauten, was wir zu 110 Prozent unterschreiben: „Liebe Studierende! Auch an dieser Stelle nochmals der Hinweis: Das Abspielen von Liedern der Interpretin Helene Fischer in den Räumen der HdM verstößt nicht nur gegen die Hausordnung der Hochschule der Medien (…), sondern auch gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 3) sowie gegen den guten Geschmack!“

In diesem Sinne, Helene: A-T-E-M-L-O-S in den Knast …

Außer Atem,
R. D. Welteroth für die GeschPo