Senf ist unser täglich Brot. Jeder hat vermeintlich genug davon und gibt deswegen zu allem und jedem gerne und überreichlich seinen Senf dazu. Internetforen und Fernsehtalkshows sind voll mit Senf von Leuten, die, gefragt und sehr gerne auch ungefragt, jedem ihren Senf auf die Stulle schmieren, scharf, mittelscharf, süß, zum Kotzen!

Durchgeknallte Sektierer, selbsternannte Meinungsmacher, blöde Whistleblower, eitle Politikfatzkes, religiöse Fanatiker, gottlose Dummschwätzer, Senf as Senf can. Nicht ganz zu schweigen von vertontem Senf wie dem „Senfsong“, dem „Senf und Schinkensong“ oder – last but not worst – dem „Ketchup Cola Majo SENF-Song“, dem Lied über „Nasensenf“, der dumpfpatriotischen Band Senfheads aus, na, genau, Senftenberg. Unserer Meinung nach kann es keine zwei Meinungen hierzu geben. Weniger Meinung, dafür aber mehr Haltung, wenn sie wissen, was wir meinen.

Die Geschmackspolizei gibt auch gerne und regelmäßig ihren amtlichen Senf dazu, was aber alles seine Ordnung hat und mit der senfproduzierenden Industrie natürlich in keiner Weise abgesprochen ist. Auch nicht mit Prof. Bernd Senf, der, vermutlich ganz gleich ob gefragt oder ungefragt, seinen Senf-Senf vornehmlich zum Thema Geld und Finanzen der Welt ans Würstchen klebt. Nomen est schlechtes Omen. Ein guter Kalauer zur rechten Zeit, gewürzt mit reichlich Haltung, ist immer noch das beste Rezept und hilft unserer Meinung nach fast immer gegen den täglichen OverSenf.

In diesem Sinne, wohl bekomm‘s,
meint Ihre Geschmackspolizei