Nachhaltigkeit ist die Aufgabe der Zeit. Folglich darf die Musik hier nicht zurückstehen. Vorbei die Zeiten, in denen ohne jede Grenze Noten und Worte verschleudert wurden als gäbe es kein Morgen. Einer der Vorreiter der nachhaltigen Musik sind undiskutierbar die Oiter Boiz aus der Oberlausitz. Ihr Nachhaltigkeitskonzept ist denkbar einfach.

sauntdrekpolizei

 

Man nehme einen Titel aus den wenig ressourcenschonenden 1970ern und ersetze im Text alle Wörter durch ein einzelnes Wort. In diesem Fall „Bier“.

 

So entsteht aus dem Wohlstandsklassiker „Tränen lügen nicht“ der folgende robuste und wortschatzschonende Text:

 

„Bier Bier Bier Bier
Bier Bier Bier Bier Bier
Bier Bier Bier Bier Bie – ie – ier“

 

Die Musik wird ohne die Verwendung überflüssiger Synkopen und Fermaten auf das Wesentliche reduziert. Auch die Anzahl der Akkorde ist überschaubar geworden. Gewiss, man könnte einwenden, dass das dem Originaltitel immanente Funebre etwas im Staccato untergeht. Doch was soll‘s. Wir müssen alle Opfer bringen.

 

Weiter im Text:
„Bie-ie-ie-ier
Bier Bier Bier Bier Bier
Bier Bier Bier Bier – Bier Bier Bier Bier“

 

Die einzige Ressource, die hier voll ausgeschöpft wird, ist Bier. Aber diese ist ja erneuerbar.
Chapeau! Oiter Boiz!

 

Ihre Geschmackspolizei
Ralf Welteroth & Benno Burgey

 

Titel: Bierlied
Urheber: Oiter Boiz
Jahr: 2007