Ja man kennt ihn, den Liederkreis. Er gilt als harmlos und ist als Begriff für eine Sammlung von Gesangsstücken gebräuchlich, wie etwa den Liederkreis von Robert Schumann oder als Bezeichnung für eine Gruppe von Sängern, die vereint der Sangeskunst frönen. Anders verhält es sich mit dem Kreislied. Es ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt und alles andere als harmlos. Es handelt sich, kaum zu glauben, um Lieder, die einen Landkreis besingen. Begonnen hat das Unwesen vor drei Jahren mit dem Main-Kinzig-Kreis-Lied. Hier textete ein Gerd unter dem Pseudonym „GSP-privat“:

„In MKK sind wir zu Haus / und machen jetzt ein Liedchen draus […] / Fahr ich mit dem Wagen auf der A sixtysix / seh ich so vieles, fühl so vieles, es entgeht mir nix […]“ / One two three / da must hie”

Benno Burgey & Ralf Welteroth

 

Ähnlich wie bei Christal Meth dachte man anfangs, dass es sich beim Kreislied um ein lokales Phänomen handelt, welches sich nicht weiter ausbreiten wird. Schnell war jedoch festzustellen, dass diese Fehleinschätzung die flächendeckende Verbreitung geradezu beflügelt hat. In einigen Landkreisen konnten sogar, unter Duldung der Landratsämter, Wettbewerbe durchgeführt werden. Bei „So klingt der Landkreis“ in Böblingen ist 2013 die Formation MiReNa Sieger geworden:

„An keim andre Ort däd i lieber sein/nirgendwo auf dieser Welt und ischs dort no so schee,
meine Wurzle lieget hier, hier im Kreis BB.
Und wenn mi oiner fragt, woher nimm i die Kraft,
sag i: unser Zaubertrank ist der Landkreisapfelsaft“


Die Verlierer dieses Wettbewerbs ersparen wir Ihnen hier ebenso wie die Beiträge aus Biberach, Celle oder dem Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Bleiben Sie kreisfrei,
Benno Burgey für die Geschmackspolizei


Titel: Diverse
Urheber: Landkreis Böblingen u.a.
Jahr: 2013