Heute: Unwichtige Anhängsel

Aua. Mein Fuß tut weh. Plantarsehnenentzündung. Plantarsehne? Nie gehört. So ist das ja meistens. Wenn man sich mal verletzt, dann an Körperstellen, die man vorher gar nicht kannte. Weitere Beispiele aus dieser Rubrik gefällig? Wie wäre es mit der nicht selten auftauchenden Schultereckgelenkssprengung oder dem immer beliebter werdenden Kahnbeinbruch? Letzteres ist übrigens nicht im Fuß des Tor-Titans zu suchen, sondern in der Hand – kein Wunder also, dass das Teil niemand kennt.

 

Aber ich schweife ab. Also: Warum tun einem immer die Körperteile weh, die man vorher eigentlich gar nicht beachtet? Ich nenne das jetzt mal ganz wissenschaftlich das Unwichtige-Anhängsel-Syndrom: Je unwichtiger und uninteressanter etwas ist, desto mehr muss es sich in unserem Leben offenbar in den Vordergrund spielen. Und da den Kollegen Kahnbein, Schultereckgelenk und Plantarsehne offenbar der Intellekt fehlt, dies auf hintergründig-witzige Art zu machen, machen sie es eben mit der Holzhammermethode. Und die kann beim Betroffenen durchaus Schmerzen hervorrufen.

Unter dem Unwichtige-Anhängsel-Syndrom leiden im Übrigen zuweilen auch Menschen. Und um uns zu verletzen, schreiben die dann etwa ein Buch – über sich selbst. Mist. Ich glaube, ich habe mir gerade meine Ex-Präsidenten-Gattinnen-Sehne überdehnt. Wo die sitzt? Meinem Gefühl nach geht sie irgendwo am Hintern vorbei.