Glücksforscher aus Bremen haben kürzlich den perfekten Tag der Frau per Optimierungsforschung analysiert: 106 Minuten täglich will frau mit ihrem Partner verbringen, 82 Minuten mit Freunden und 46 mit ihren Kindern. Dazu 55 Minuten fernsehen, 36 arbeiten und 57 telefonieren. 16 Stunden haben sie so verplant, 8 bleiben dem Schönheitsschlaf vorbehalten.


Na schön. Aber glauben die Herren tatsächlich, ich kann meiner Freundin nach knapp eineinhalb Stunden Redefluss straffrei den Mund verbieten? Oder meine Gäste kommen wieder, wenn ich sie nach derselben Zeit mit einem „los jetzt, austrinken und gehen“ hinausbefördere? Und die dann folgenden einsamen Tage kann ich mir nicht mal mit Casablanca gucken versüßen, weil ich genau in dem Moment den Fernseher abdrehe, in dem Rick Paris ohne Ilsa verlassen muss?

Frauen und Optimierungsforschung? Das passt nicht! Es ist doch genauso undenkbar, die Kinder in 46 Minuten zu erziehen oder unsere Männer fast zwei Stunden täglich vom Fußballgucken oder Ins-Feuer-Starren abzuhalten. Geschweige denn, dass wir mit einer halben Stunde täglicher Arbeitszeit unseren Schuhtick finanzieren könnten.
Der gröbste Schnitzer der Forscher ist aber, dass sie ihren Untersuchungsgegenstand gnadenlos unterschätzen. Denn Frauen machen niemals nur eine Sache gleichzeitig: Wir bügeln und mailen beim Fernsehen, lauschen am Nachbartisch, während wir uns unterhalten, smsen beim Joggen und quatschen noch beim Schlafen. Statt 16 hat unser Tag deshalb mindestens 30 verplanbare Stunden, trotz Schönheitsschlaf. Deshalb: Nachsitzen Bremen und im Multitaskingmodus nochmal rechnen!

Text: Fritzi Berlin / Foto: istockphoto.com