Ein Kind ist geboren. Und als ob das nicht schon freudige Nachricht genug wäre, hat mein Arbeitgeber (dessen Produkt Sie aktuell in den Händen halten) dankbarerweise auch noch einer Elternzeit zugestimmt. Jetzt darf ich also zwei Monate lang in den eigenen vier Wänden bei den Liebsten verbringen. Aber Moment. Darf?

Sorgen
Wer glaubt, eine Elternzeit sei bequemes Babyschaukeln auf dem Sofa – möglichst noch bei laufender Musik –, dem sei versichert: So ist es nicht. Und gleich zweimal nicht, wenn man parallel einen Umzug geplant hat: Spülmaschine anschließen und gleich darauf einräumen, Windeln wechseln, Regale anschrauben, Kochen, Kartons ein- und auspacken, Möbel verrücken, eine Geschichte vorlesen, Handwerker anrufen, einen Kakao warm machen, Müll runtertragen, den Kakao kälter machen. Plötzlich Ruhe. Die Kleinen schlafen. Gleichzeitig. Yeah, Strike! Jetzt einen Kaffee. Und weil man ja ein bisschen (Eltern-)Zeit hat, macht man jetzt auch eine völlig neue Erfahrung: Man öffnet die Familienpost. Das macht sonst immer die Frau, und der Mann bekommt, wenn er heimkehrt, nur eine grobe Zusammenfassung der wichtigsten Schreiben überliefert. Aha. Ein Kostenvoranschlag vom Handwerker. Der Herdanschluss. Ganz unten steht eine Zahl. 245 Euro.

Wie bitte? Ich klappe zusammen. Diese Elternzeit macht mich fertig. Mit letzter Kraft schleppe ich mich zu meinem Laptop und sende einen Hilferuf. Oder besser gesagt: Ich fange an zu arbeiten und schreibe diese Kolumne. Erinnerungen an die Prä-Elternzeit werden wach. „Aahh!“ Was sich liest wie ein Aufatmen meinerseits ist aber der Kleine. Er ist gerade aufgewacht. „Aahh!“

Text: Felix Holm