Kurz vor dem Papstbesuch klingelte mein Telefon. Es war Benedikt. Ob wir uns mal unterhalten könnten, die Zukunft der Kirche betreffend, er hätte da kein gutes Gefühl. Kein Problem. Also trafen wir uns auf eine Wurst am Münster – Benedikt nahm eine Weiße mit Ketchup und Senf – und plauschten völlig ungestört über Gott und die Welt.

 

„Du kannst doch in den Sternen etwas über das Schicksal erfahren“, fragte der Pontifex vorsichtig. Sicher. „Und, wie steht‘s um meine Kirche?“ Was sollte ich sagen – durfte ich den alten Mann in Sorge versetzen? „Da Gott ja selbst im Himmel wohnt, ist er ohnehin näher dran, frag doch ihn“, antwortete ich ausweichend. Bene sah unzufrieden drein. Offenbar hatte er sich von mir – einem Horoskopeschreiber! – mehr Klarheit erhofft. „Vielleicht sollte ich die Kirche einfach umkrempeln“, sagte der Stellvertreter des Herrn halb zu sich selbst, „einfach mal ausmisten, Kondome und Schwulsein erlauben, Wiederverheiratete und Evangelische zum Abendmahl zulassen und so weiter …“

 

Ich hatte gerade nicht zugehört, weil ich darüber nachdenken musste, wie hoch der Wurstpreis wohl noch steigt und war noch beim vorhergegangenen Dialog: „Gott ist ja schließlich der Nachbar der Sterne. Also könnte man doch sagen: Wo Gott ist, da ist Zukunft! Das wäre doch auch ein guter Slogan für deinen Besuch hier, oder?“ Benedikt strahlte. „Ja, so machen wir’s. Und den ganzen Reformquatsch überlassen wir weiterhin den Protestanten. Danke, lieber Hobbyastronaut!“