Vor zwei Jahren hat eine Gruppe von Studierenden den Verein TriRhena Consulting gegründet – die studentische Unternehmensberatung. Und jetzt erarbeiten die Nachwuchsberater den ersten Geschäftsklimaindex 2012 für die Region Südbaden. An 500 Unternehmen haben sie Fragebögen zu ihren wirtschaftlichen Prognosen rausgeschickt. „Auswerten können wir das Ergebnis aber noch nicht, es fehlt noch ein wenig an der Resonanz“, sagt TriRhena-Mitglied Nicole Dillner.

Das Konzept studentischer Beratervereine kam ursprünglich aus Frankreich. Seit den 80er Jahren haben Engagierte in ganz Deutschland mehr als 130 solche Vereine gegründet. Die Idee: Studenten können so ihr an der Uni erworbenes Wissen in die praktische Anwendung schicken. „Learning by doing“, nennt das Dillner. In Freiburg sind rund 30 Studenten engagiert. „Und an mir sieht man, dass nicht nur Wirtschaftsstudenten dabei sind, das macht die Sache auch interessanter“, sagt die Psychologiestudentin.

Learning by doing: Nicole Dillner (links) und Christiane Lang.


Die Vereinsarbeit ist wie in einer „echten“ Unternehmensberatung in Ressorts gegliedert, vom Marketing über die IT hin zum Wissens- und Qualitätsmanagement bis zu den Finanzen. Ein eigenes Büro hat der Verein, der von der Uni finanziell nicht unterstützt wird, nicht. Deshalb trifft man Dillner und ihre Mitstreiterin Christiane Lang im Café Europa im Kollegiengebäude II. „Durch die Arbeit im Team und direkt mit Kunden erweitert sich der Horizont und man lernt Dinge, die man im Hörsaal nicht lernt“, erzählt die Mathe-Studentin Lang.

Der Verein arbeitet vor allem mit kleinen mittelständischen Unternehmen zusammen, denen er die Beratung unterhalb marktüblicher Preise anbietet. „Es ist die richtige Verbindung zwischen Arbeit und Spaß, die TriRhena ausmacht“, findet Lang. Ein elfköpfiges Kuratorium aus Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt die Studenten. Hinzu kommen Unternehmensworkshops etwa von PwC, Ernst & Young oder MLP. „So können Unternehmen uns auch direkt kennenlernen, das ist ein schöner Nebeneffekt für beide Seiten“, betont Dillner. So kämen auch immer wieder Praktika zustande.

Das Hauptaugenmerk von TriRhena liegt im Bereich des Gesundheitswesens, für das es mit dem „Health Care Competence Center“ eine eigene Abteilung gibt. Zudem läuft die Bewerbung für eine Mitgliedschaft im Bund Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU), der trotz der großen Zahl der Initiativen nur 28 Mitglieder zählt. „Die Anforderungen sind sehr hoch“, erklärt Lang, die dafür zuletzt bei einem Kongress in Passau war. Der BDSU forderte bisher 60 und bald 80 sogenannte Beratertage im Jahr, die ein Verein nachweisen muss. Mit rund 90 geleisteten Tagen sind die Freiburger Bewerber gut aufgestellt.

Text & Foto: Daniel Weber

Infos:
www.trirhena-consulting.de