HANDBALL. Eine im zweiten Durchgang wie entfesselt aufspielende Teninger Mannschaft gewann am Samstagabend vor 480 glücklichen Fans gegen die TSG Groß Bieberau mit 30:17 (13:11) und machte damit den ersten Schritt aus dem Tabellenkeller der dritten Bundesliga. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ schallte es durch die Ludwig-Jahn-Halle. Die finalen 60 Sekunden feierten die Zuschauer mit stehenden Ovationen für ihr Team. Das Spiel in Bildern auf chilli-freiburg.de

 

 

Dabei hatte die Partie sehr zäh angefangen, es dauerte fast sieben Minuten, ehe der Rückkehrer Markus Wenning das erste Tor für die Hausherren markierte. Ein Doppelschlag des zweiten Fernreisenden Martin Hriling brachte nach 12 Minuten die 4:1-Führung. Aber es blieb weiter zäh: Die Hausherren trugen ihre Angriffe zu dicht an der gegenerischen Deckung und wurden dabei immer wieder unterbrochen, sogar in Überzahl zeigten die gut leitenden Referees Lay/Morlock passives Spiel an.

Auf der anderen Seite waren aber auch die Offensivbemühungen der Gäste überschaubar, denn die Sieben von Ole Andersen agierte engagiert, war schnell auf den Beinen, und der dritte Rückkehrer Michael Rascher zeigte sich schon früh blockstark. Danny Trodler markierte nach dem wenig unterhaltsamen ersten Akt mit seinem vierten Treffer den 13:11-Pausenstand.

In der Kabine fand Andersen die richtigen Worte und hatte den absolut richtigen taktischen Plan parat: „Meinetwegen fangen wir an der Mittellinie an, unsere Spielzüge anzusetzen, nur bleibt weg von der Abwehr.“ Und dann ging Groß-Bieberau unter: Mit 17:6 ging der zweite Akt an die Teninger, der zu Trodler-Festspielen wurde. Weitere acht Treffer, darunter zwei Hattricks, machten bei ihm am Ende das Dutzend voll. Den Sieg aber allein am Rückaumspieler festzumachen, wäre falsch: Philipp Grangé im Tor, der komplette Defensivverbund und vorne neben einem guten Sascha Ehrler auch Wenning und Hirling gaben dem Spiel wieder die Prägung erfolgreicherer Tage. Bemerkenswert übrigens: Nach dem Kantersieg des Kellerkinds klatschten sich zwei Männer in Zivil ab: Christian Hefter und Daniel Warmuth – mithin der amtierende Torschützenkönig der Liga und ein starker Regisseur. Wenn in Teningen auch die beiden wieder auflaufen, wird es schwer, gegen diese Mannschaft zu gewinnen. „Das haben sich die Jungs nach einer harten Zeit heute verdient. Sie haben gut umgesetzt, was wir in der Pause besprochen haben, haben gut gestanden vor einem guten Tormann und mit Danny den gefährlichsten Werfer auf dem Platz gehabt“, freute sich Andersen. TSG-Teammanager Karl-Ludwig Gaydoul war nach BZ-Anfrage erst einmal eine Minute sprachlos. Und sagte dann: Kompliment und Respekt, die Teninger waren sehr, sehr leidenschaftlich und haben aus ihren Möglichkeiten 105 Prozent gemacht.“ Ein dickes Ausrufzeichen eben.

 

Lars Bargmann

 

Tore SG: Ehrler 4, Berchtebreiter 1, Wenning 5, Trodler 12/5, Hirling 5, Zank 1, Sandu 2.