In der ersten Runde des DFB-Pokals muss der SC Freiburg heute beim Regionalligisten Victoria Hamburg ran. Dort spielt im Sturm Nico Patschinski. Der 35-Jährige ist ein echter Wandervogel unter den Fußballern, der Hansestadtverein ist inzwischen seine zwölfte Station als Profi. Der denkwürdigste Moment in der Karriere des gebürtigen Berliners war wohl sein 2:0-Treffer im Trikot des FC St. Pauli gegen den FC Bayern München beim legendären Weltpokalsiegerbesieger-Spiel 2002, das die Kiezkicker gegen die Millionärstruppe mit 2:1 für sich entschieden hatten. Vor seiner insgesamt sechsten Begegnung mit dem Sport-Club hat sich chilli-Redakteur Felix Holm mit dem Stürmer unterhalten.


chilli: Herr Patschinski, Ihr einziger Sieg gegen Freiburg liegt lange zurück: Am 9. März 2002, 1:0 mit dem FC St. Pauli. Wer war der Torschütze?
Patschinski: Ja, det weeß ick noch. Det war icke. Jegen Ritschie Golz! Das war für lange Zeit der letzte Heimsieg von St. Pauli in der Bundesliga. Det weeß ick noch, jaja!

chilli: Sie sind ein Mann für besondere Tore. Wie oft werden Sie heute noch auf das gegen die Bayern angesprochen?
Patschinski: Sehr häufig. Das bleibt natürlich den meisten in Erinnerung. Wobei das Tor gegen Freiburg eigentlich wichtiger war. Das war eines unserer besten Spiele und wir waren dadurch wieder dran. Am Ende sind wir ja dann doch abgestiegen – und dass es Freiburg damals auch noch getroffen hat, tut mir jetzt im Nachhinein natürlich leid.

chilli: Jetzt kann sich der SC bei Ihnen revanchieren. Was sagen Sie zu diesem Erstrundenlos?
Patschinski: Viele reden immer von Dortmund und Bayern, aber Freiburg ist für uns ein sehr attraktiver Gegner. Fußballerisch haben die in den letzten Monaten einen Riesensprung gemacht, das ist schon schöner Fußball und erinnert ein wenig an früher. Wie hieß das damals? Der Breisgau-Kreisel? Ach nee, die Breisgau-Brasilianer. Wir sind natürlich schon so gut wie ausgeschieden, aber wir versuchen das Spiel mit unserer jungen Truppe zu genießen und wollen uns gut verkaufen.

chilli: Sie sind in Ihrer Karriere weit rumgekommen. Hatten Sie je Kontakte zum SC?
Patschinski: Nee, nicht wirklich. Ich glaube, der Volker Finke war nicht so der Patschinski-Fan. Aber deswegen hat heute wohl der Verein keine schlaflosen Nächte und ick och nich.

Text: Felix Holm / Foto: Victoria HH