HANDBALL. Ein fast volles Haus, eine 6:1-Führung in Turbomanier, eine Gala von Christian Hefter – es hätte alles so schön werden können für die SG Köndringen-Teningen beim Topspiel in der dritten Bundesliga gegen den südbadischen Dauerrivalen HSG Konstanz. Am Ende aber siegten die Seehasen mit 23:22 und es gab reichlich unschöne Szenen zu sehen.

 

 

 

Natürlich stimmte der einheimische Fanclub mit dem Anpfiff das Badnerlied an, und auch bei der Sieben von Ole Andersen war zu Beginn mächtig Musik drin. Die Konstanzer hatten zwar den ersten Angriff, gegen die bärenstarke Defensive musste HSG-Rückraum-As Matthias Faißt aber bei drohendem Zeitspiel aus 15 Metern werfen – kein Problem für den guten Philipp Grangé. Nach dem 5:1 für die Teninger musste HSG-Coach Daniel Eblen sein Team zur frühen Auszeit an die Bank holen. Hefter traf zwar mit seinem fünften Tor trotzdem noch zum 6:1, doch dann rappelten sich die Gäste auf und trugen selber zu einer zunehmend packenden Partie bei.

Zwölf Sekunden vor dem Pausenpfiff (12:10) nahm Andersen noch eine Auszeit. Es ist bemerkenswert, wie souverän und spielerisch sicher seine Mannschaft Daniel Warmuth am Kreis in Position brachte. Den Siebenmeter verwandelte Martin Hirling.

Nach Wiederanpfiff zeigte sich die an diesem Abend zu große Abhängigkeit der SG von Hefter-Toren. Eine zehnminütige Kunstpause des Rechtsaußen nutzte die HSG, allen voran der bärenstarke Stefan Bruderhofer, um auszugleichen. Zwar gelang dem wiedererwachten Hefter das 22:21, die beiden letzten Tore aber schnappten sich die Gäste sogar in Unterzahl. Der finale Wurf des blassen Danny Trodler brachte nichts mehr ein. Schluss, Aus, Ende. Warum Markus Wenning und vor allem Grangé, der HSG-Coach Eblen bedrängte, danach so ausrasteten, war schwer nachzuvollziehen. „Ich bin sehr traurig, wenn ich sehe, wie sich einige heute in der Niederlage verhalten haben“, kritisierte Andersen. Spielentscheidend sei die schlechtere Wurfausbeute gewesen. Die SG habe daher verdient verloren.

„Wir haben lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen, dann hat sich die Abwehr gefangen, und Bruderhofer hat eine überragende Partie gemacht. Der Sieg war ein bisschen glücklich, aber nicht unverdient“, kommentierte Eblen. Da die Horkheimer gewonnen haben, geht es für die Teninger nun nicht mehr um die Vizemeisterschaft, sondern darum, gegen die Konstanzer Platz drei und damit den südbadischen Chefsessel in der Liga zu behaupten.

 

Lars Bargmann

 

Tore SG: Hefter 12/4, Hirling 4/3, Wenning 2, Zank 2, Sandu 1, Rascher 1.