Sie sind es sich nicht ganz, bleiben es aber beide: grün. Wie gestern Mittag der 13. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe entschieden hat, darf die Freiburger Gemeinderatsgruppierung “Grüne Alternative Freiburg” (GAF) das Wort “grün” im Namen auch weiterhin behalten. Der Landesverband der Partei Bündnis 90/Die Grünen hatte dagegen in zweiter Instanz geklagt, nachdem er im vergangenen Jahr im selben Anliegen bereits vorm Freiburger Landgericht eine Niederlage eingesteckt hatte.

 

GAF

 

Die beiden GAF-Stadträte Monika Stein und Coineach McCabe (im Bild) zeigten sich nach dem Urteilsspruch erleichert. “Ich hatte gehofft, dass es so ausgeht”, sagte Stein den Kollegen von der BZ, “ich sehe es als gerechte Sache an, dass wir unseren Namen behalten dürfen.” Gründe für das erneute Urteil zugunsten der Freiburger Gruppierung gibt es manche: Zum einen deute der Name “Grüne Alternative” nicht auf eine Zugehörigkeit zu den Grünen hin, zum anderen könne die Bedeutung des Wortes “grün” nicht von den Grünen allein beansprucht werden. Grün ist eben keine Marke, sondern am Ende nur eine Farbe mit viel Symbolcharakter.

 

Farbe des Neids oder Farbe der Hoffnung?

 

Die Grünen bleiben nach der wohl auch aus Neidmotiven vorangetriebenen Attacke auf die Mini-Gruppe jetzt erneut auf den Prozesskosten sitzen. Dass diese Gelder auch gut für ein umweltorientiertes Projekt hätten verwendet werden können, darüber dürfte sich das eine oder andere Parteimitgied im Nachhinein zu Recht grün ärgern. Jetzt bleibt die Hoffnung, dass man in Zukunft aus solchen Fehlern lernt – und  Zeit und Mühe demnächst lieber wieder ins Kerngeschäft investiert: In grüne Politik.