Mitte März sind die ersten Bagger auf die Baustelle gerollt, anderthalb Monate später feierten die Verantwortlichen den offiziellen Spatenstich für den Neubau der Herz- und Gefäßchirurgie am Universitäts-Herzzentrum (UHZ) in Bad Krozingen. „Wir haben schon einmal ein kleines Löchle gegraben“, scherzt der örtliche Bürgermeister Ekkehart Meroth, in Personalunion auch Vorstandsvorsitzender des Trägervereins Benedikt Kreutz, der Bauherr des Projekts. Doch was sich hinter dem Bauzaun erstreckt, ist ebenso wenig ein kleines Löchle, wie der Neubau ein kleines Projektle zu werden scheint: Insgesamt 47 Millionen Euro sollen in den kommenden beiden Jahren in die neue Chirurgie fließen. Im sechsgeschossigen Neubau mit seinen rund 11.000 Quadratmetern entstehen fünf neue Operationssäle, eine Intensivstation mit 20 Betten und eine Nachsorgestation mit 40 Betten.

Das UHZ
„Der Neubau ist die konsequente Fortsetzung der UHZ-Gründung“, betont Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg. Vor einem Jahr fusionierten das Herz-Kreislaufzentrum des Universitätsklinikums Freiburg und das Herz-Zentrum Bad Krozingen – das Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen zählte mit seinen 22.000 stationären Patienten und 1500 Mitarbeitern von Anfang an zu den größten Herz-Kreislaufzentren in Deutschland. Von dem neuen Projekt werde laut Schiewer nicht nur die Qualität der Patientenversorgung profitieren, sondern auch die Attraktivität der Forschung – die Chirurgie trage „maßgeblich dazu bei, konkurrenzfähig zu bleiben“.

33,5 Millionen investiert das UHZ in die Gebäude und die Haustechnik, die restlichen 13,5 Millionen fließen in die medizinische Ausstattung. Etwa in einen zweiten Hybrid-OP mit zusätzlicher Ausstattung für Kathetereingriffe. In diesem leisten Spezialisten-Teams fächerübergreifende Eingriffe wie minimalinvasive Herzklappen-Interventionen. Der erste Hybrid-OP soll bereits im Sommer in Betrieb gehen. Das Land Baden-Württemberg schießt insgesamt 26,75 Millionen Euro zu.

Spatenstich beim UHZ.
Nicht nur die zusätzlichen Operationsräume, auch die insgesamt 20 neuen Betten (einige alte fallen für den Neubau weg) sind für das UHZ von großer Bedeutung. Denn: Die steigenden Patientenzahlen sorgen für Bettenengpässe, die das UHZ nur dank der neuen Intensiv- und Nachsorgestationen auffangen kann. Dennoch ist auch dieser Neubau laut dem geschäftsführenden Ärztlichen Direktor Jörg Rüdiger Siewert „nicht das Ende aller Entwicklungen“. Seine langfristigen Planungen sehen sogar einen kompletten Masterplan Bau für Bad Krozingen vor, etwa mit einem Bettenhaus für die Kardiologie und einem Campus-Hotel für Patienten und Angehörige.

Text: Tanja Bruckert / Fotos: UHZ / Tanja Bruckert